Pille für den Mann rückt näher

Sie ist schon lange im Gespräch und doch kam bisher keine auf den Markt: Die Antibabypille für den Mann. In der Entwicklung so einer Pille kamen US-Wissenschaftler einen bedeutenden Schritt näher. Sie stellten Ergebnisse ihrer Arbeiten anlässlich des 251. Treffens der amerikanischen chemischen Industrie (ACS) in San Diego vor.


Testosteron scheint keine geeignete Verhütungsmethode

Pharmakologen des College of Pharmacy der Universität von Minnesota berichten über Fortschritte in der Entwicklung einer Verhütungspille für den Mann. Dies wäre dann weltweit die erste Antibabypille für Männer.

Bislang scheiterten Versuche, so eine Pille auf den Markt zu bringen, aus verschiedenen Gründen: Infrage kam das männliche Geschlechtshormon Testosteron als Basis der Entwicklung einer Verhütungspille, doch ist dieser Angriffsort ab bestimmten Dosen des Hormons mit dem Problem der Unfruchtbarkeit verbunden. Bei der nötigen Dosierung klappt es mit der Verhütung auch nicht bei allen Männern und bei 20 Prozent ist der erwünschte Effekt nicht zu erzielen. Zudem können Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme und erhöhte Cholesterinwerte auftreten.


Neu entdeckte Komponente besitzt Potenzial

Auch Untersuchungen anderer Komponenten waren nicht erfolgreich. Voraussetzung für eine wirksame Pille ist Löslichkeit, denn die Tablette soll oral eingenommen werden können. Die Pille muss zudem möglichst rasch wirken und soll den Sexualtrieb nicht beeinflussen. Bei langfristiger Anwendung dürfen keine Sicherheitsbedenken bestehen und die vorübergehend durch den Wirkstoff unterbrochene Fruchtbarkeit muss wiederherstellbar sein. Noch eine ganze Reihe weiterer Bedingungen müssen erfüllt sein. In der Entwicklung sind also viele Hürden zu überwinden.

Die US-Forscher entdeckten jetzt eine experimentelle Komponente, die vielversprechend ist. Sie beeinflusst sowohl einen bestimmten Eiweißstoff, der für die männliche Fruchtbarkeit bedeutsam ist, als auch von der Fruchtbarkeit unabhängige Rezeptoren. Stetige leichte, experimentelle Veränderungen der Komponente sollen zu einer löslichen, wirksamen und gut verträglichen Antibabypille führen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.03.16Zum AnfangZurück

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