Opioide verschlimmern chronische Schmerzen

Eine Gruppe starker Schmerzmittel, die Opioide, sollen eigentlich Schmerzen nehmen. Jetzt zeigt eine Studie: Sie verschlimmern chronische Schmerzen sogar – und das über viele Monate. Das könnte eine Vielzahl von Patienten betreffen, denn die Schmerzmittel werden bei starken Schmerzen und auch Krebsschmerzen verschrieben.


Opioide auf dem Prüfstand

Opioide sind in den USA mit die am häufigsten verschriebenen Schmerzmittel. Codein, Oxycodon, Morphin und Fentanyl zum Beispiel sind gegen Schmerzen effektiv, ergaben bisherige Studien. Sie binden Eiweißstoffe im zentralen Nervensystem, also dem Gehirn und Rückenmark, an sogenannte Opioidrezeptoren an und reduzieren damit die Schmerzwahrnehmung. Aber die Einnahme der Substanzen ist mit Risiken verbunden. Sie können nicht nur abhängig machen, nicht selten kommt es auch zu Überdosierungen und auch Todesfällen. Opioide werden bei schweren Schmerzen eingesetzt. Besonders häufig kommen die Mittel auch bei Krebspatienten zum Einsatz. 

Nachdem an Ratten festgestellt wurde, dass Opioide vielleicht doch nicht so wirksam Schmerzen lindern und chronische Schmerzen sogar verschärfen, stellten US-Forscher die Schmerzmittel nun auf den Prüfstand. Peter Grace und Mitarbeiter der University of Colorado at Boulder behandelten zwei Gruppen von Ratten mit chronischen Nervenschmerzen. Eine Gruppe erhielt Opioide, die andere jedoch nicht.


Bereits kurze Einnahmedauer verschlechtert Schmerzen

Bereits fünf Behandlungstage mit den Schmerzmitteln reichten aus, um die chronischen Schmerzen zu verschlimmern. Darüber hinaus hielten die Schmerzen mehrere Monate lang an. "Wir zeigen erstmalig, dass sich auch die kurze Einnahme von Mitteln aus dieser Stoffgruppe lange Zeit negativ auf Schmerzen auswirkt", kommentiert Wissenschaftler Grace die Studienergebnisse.

Die positive Nachricht: Den Forschern gelang es, die Negativwirkung der Opioide mit anderen Mitteln auszuschalten. Dafür mussten sie bestimmte Rezeptoren blockieren. Die Forscher veröffentlichten ihre Untersuchung in den Proceedings of the National Academy of Sciences".

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.06.16Zum AnfangZurück

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