Omega-3-Fette als Diabetesrisiko?

Omega-3-Fette gelten als gesund und sollen unter anderem vor Herzkreislaufkrankheiten schützen. Wissenschaftler fanden jetzt heraus, dass einige der Fette Frauen schaden könnten und das Risiko für die Diabeteserkrankung erhöhen.


Der Körper braucht Omega-3-Fette 

Omega-3-Fette sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie kommen in Nahrungsmitteln besonders in den drei Hauptformen Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentauensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) vor. ALA ist in vielen Pflanzenölen enthalten, einschließlich Rapsöl und Sojaöl. Die anderen beiden Fettsäuren kommen in fettem Fisch, Schalentieren, Lachs, Forellen, Thunfish und Muscheln vor. Auch Ernährungsergänzungsprodukte mit den Fettsäuren sind erhältlich.

Die Fette sind für viele Körperfunktionen notwendig. Muskelaktivität, Blutgerinnung, Verdauung und Fortpflanzung gehören dazu. Mehrere Studien konnten bereits einen gesundheitlichen Nutzen der Fettsäuren ausmachen. Hinsichtlich des Diabetesrisikos wären Befunde von Studien jedoch kontrovers, so Guy Fagherazzi aus Frankreich. Einige Untersuchungen belegen einen Nutzen, andere kommen zu gegenteiligen Ergebnissen.


Erhöhtes Diabetesrisiko auch bei Normalgewicht

Um dem Zusammenhang auf den Grund zu gehen, analysierten der Forscher und sein Team die Daten von über 71.000 Frauen, die an der französischen prospektiven E3N-Kohortenstudie teilgenommen hatten. Ernährungsfragebögen zu Beginn der Studie im Jahr 1993 enthielten Fragen zum Fettkonsum. Während einer durchschnittlichen Beobachtungsdauer von 14 Jahren wurden Fragebögen und Arzneimittelrückerstattungsansprüche verwendet, um das Auftreten von Diabetes zu erfassen. Computergestützte Modelle halfen, Fettsäuren herauszufiltern, die mit dem Risiko für Diabetes Typ 2 bei Frauen zusammenhängen.

Frauen mit dem höchsten Konsum von Omega-3-Fetten (mindestens 1,6 Gramm pro Tag) wiesen gegenüber jenen mit einem Konsum von weniger als 1,3 Gramm pro Tag ein um 26 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko auf. Die Wissenschaftler stellten dann einen Zusammenhang mit dem Body Mass Index (BMI) her. Der BMI ist eine Messgröße zur Abschätzung des Körpergewichts unter Berücksichtigung der Körpergröße. Es zeigte sich, dass zum Teil besonders Frauen gefährdet waren, die kein Übergewicht aufwiesen, schreiben sie im Journal "Diabetologia". Doch verschiedene Omega-3-Fettsäuren standen in größeren Mengen je nach Gewichtsklasse mit einem unterschiedlich erhöhten Diabetesrisiko in Zusammenhang.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.09.16Zum AnfangZurück

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