Nase zu? Dampfinhalation auf dem Prüfstand

Ist die Nase chronisch verstopft, ist das unangenehm. Auch Kopfschmerzen und verschwommene Sicht können je nach Ursache hinzukommen. Dampfbäder werden oft empfohlen, doch helfen sie auch? Nein, so Forscher, besser sind Nasenspülungen. In einer Studie hatten sie beide Behandlungsmöglichkeiten miteinander verglichen.


Dampfbäder oder Nasenspülungen?

Eine verstopfte Nase ist eine häufige Beschwerde. Zugrunde liegen können banale Erkältung oder Grippe, akute oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Allergie oder Nasenpolypen. Nicht immer vergehen die Symptome von allein und die Nasenatmung ist chronisch behindert. Dampfbäder mit Zusätzen wie Kamille gelten als Hausmittel und werden oftmals auch offiziell empfohlen. Der Dampf soll den Schleim lösen, die Schleimhäute befeuchten, der Entzündung entgegenwirken und die Haut anregen.

Wie gut Dampfbäder bei chronisch verstopfter Nase wirken, untersuchten Paul Little und Kollegen der University of Southampton aus Großbritannien. Patienten waren 871 Menschen mit einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Die Teilnehmer erhielten nach dem Zufall ausgewählt eine von vier Behandlungen: Neben Dampfbädern kamen tägliche Nasenspülungen nach Anleitung durch ein Video oder eine Kombination aus beidem zum Einsatz.


Nasenspülung: Seltener medizinische Hilfe nötig

Die sechsmonatige Studienzeit ergab, dass Patienten mit täglichen Dampfbädern allein in einem speziellen Fragebogen keine verbesserten Nasenbeschwerden angaben. Tägliche Nasenspülungen mit Salz jedoch hatten die Beschwerden nach drei und sechs Monaten gelindert. Zudem wiesen nasenspülende Patienten weniger Kopfschmerzen auf, benötigten weniger in der Apotheke frei erhältliche Medikamente und nahmen weniger ärztliche Hilfe in Anspruch, schreiben die Wissenschaftler im "Canadian Medical Association Journal".

Bei verstopfter Nase empfehlen sie Nasenspülungen. Damit diese so effektiv wie möglich wirken, sei aber eine Anleitung zur Handhabung wichtig. Oftmals wären Medikamente und Antibiotika nämlich vermeidbar. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.07.16Zum AnfangZurück

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