Multiple Sklerose: Geistige Beanspruchung lindert Symptome

Geistige Tätigkeiten wirken sich bei Patienten mit Multipler Sklerose positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Der Erhalt von Hirnleistungen kann Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern.



Kompensation durch ungenutztes Potential

Forscher beschäftigen sich seit Jahren mit der sogenannten kognitiven Reserve. Diese bezeichnet geistige Potentiale, die Menschen in jüngeren Jahren mangels Bedarf nicht nutzen. Später können diese ungenutzten Potentiale aber bei der Kompensation von Alterserscheinungen wie Demenz und anderen Erkrankungen von großem Nutzen sein. Fordern Männer und Frauen ihren Geist durch anspruchsvolle Tätigkeiten in Beruf und Freizeit, können sie ihre kognitive Reserve vergrößern und so im Alter von ihr profitieren.

 
Kognitive Reserve auch bei Multipler Sklerose hilfreich

Patienten mit der chronisch entzündlichen ZNS-Erkrankung Multiple Sklerose (MS) büßen im Verlauf ihrer Krankheit oft kognitive Fähigkeiten ein. Wissenschaftler der Universität Regensburg beobachteten die Entwicklung der geistigen Fähigkeiten von 128 erkrankten Männern und Frauen unterschiedlicher Bildungsniveaus in einem Zeitraum von zwölf Jahren. Die Forscher bewerteten Aufmerksamkeit, Arbeits- und Langzeitgedächtnis sowie Sprache und Wahrnehmung der Patienten. Weiterhin befragten sie die Teilnehmer nach ihrem Bildungsweg, Beruf, Alltags- und Freizeitaktivitäten sowie zu ihrer Lesetätigkeit. 

Die Untersuchungen weisen nicht nur darauf hin, dass geistig anspruchsvolle Tätigkeiten im Alltag den Krankheitsverlauf verbessern und Symptome lindern können. Auch zeigte sich deutlich, dass Männer und Frauen mit einer längeren Ausbildungszeit einen milderen Verlauf aufwiesen. Kompensieren konnten Patienten einen kürzeren Bildungsweg mit geistigen Tätigkeiten im späteren Berufsleben. Gegenüber Erkrankten mit besserer Bildung aber weniger anspruchsvoller Tätigkeit hatten sie keinen Nachteil.

In neuen Therapie- und Rehabilitationsplänen könnten diese Erkenntnisse zukünftig eine große Rolle spielen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.05.16Zum AnfangZurück

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