MS: Sonnenlicht beeinflusst Immunsystem

Sonnenlicht scheint mit der Entstehung der Multiplen Sklerose in Zusmmenhang zu stehen. Doch auch bereits bei ausgebrochener Erkrankung profitieren Betroffene offenbar von UV-Licht, ergaben aktuelle Studien.

 

Fehlendes Sonnenlicht in Herbst und Winter steht nicht nur mit der Winterdepression in Zusammenhang. Viele Menschen leiden in den dunklen und kurzen Tagen des Jahres unter einer gedrückten Stimmung.

 

 

UV-Strahlung macht Immunzellen zahm

 

Fehlendes Sonnenlicht macht aber auch Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zu schaffen. Das Auftreten der entzündlichen Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Nervengewebe des zentralen Nervensystems angreift und schädigt, kommt in Regionen mit wenig UV-Strahlung gehäuft vor. Menschen, die in Gebieten mit hoher UV-Strahlung leben, erkranken wesentlich seltener daran. Forscher erklären das zumindest teilweise mit der UV-abhängigen Bildung von Vitamin D.

 

Eine Studie von Forschern des Universitätsklinikums in Münster im Rahmen eines Projekts mit dem Kompentenzzentrum Multiple Sklerose und der Deutschen Forschungsgemeinschaft ergab jetzt im Blut von MS-Patienten Hinweise darauf, dass UV-Strahlung direkt positiv auf ihr Immunsystem wirkt. Demnach traten bereits einen Tag nach der Bestrahlung des Blutes mit UV-B-Licht Immunzellen auf, die das Immunsystem vor einem Eigenangriff im zentralen Nervensystem bewahren.

 

Diese Wirkung hielt jedoch nur kurz an. Eine Unterbrechung der Bestrahlung für wenige Tage schlug sich in einer Verschlechterung von Blutwerten und Immunsystem nieder. Die Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Annals of Neurology".

 

 

Nordlichter bekommen früher Schübe

 

Eine weitere aktuelle internationale Analyse eines australischen Forscherteams aus Melbourne mit Daten von über 32.000 MS-Patienten ergab einen Einfluss der UV-Strahlung auf die Häufigkeit von Krankheitsschüben. Bei den aus 30 Ländern stammenden Patienten zeigte sich, dass das Auftreten der Schübe Regelmäßigkeiten aufweist.

 

So traten Schübe bei allen Patienten unabhängig von der Sonneneinstrahlung vermehrt im Frühjahr, aber seltener im Herbst auf. Durchschnittlich lag zwischen dem Auftreten der geringsten UV-Strahlung im Winter und den Schüben drei Monate. Je weiter die Patienten vom Äquator entfernt lebten, desto stärker verkürzte sich die Phase zwischen Strahlungstief und Auftreten des Frühjahrsschubes. Mit der Entfernung vom Äquator errechneten die Forscher pro Breitengrad eine verkürzte Zeitspanne bis zum Schub von 2,9 Tagen.

 

Wahrscheinlich spielt der durch die verminderte UV-Strahlung verursachte Vitamin-D-Mangel in diesem Zusammenhang eine Rolle, vermuten die Forscher. Je weiter der Wohnort von Äquator entfernt, desto früher im Frühling kommt es zum Schub.

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.12.14Zum AnfangZurück

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