MS-Patienten profitieren von Vitamin D

Vitamin D könnte für das Immunsystem von Patienten mit Multipler Sklerose vorteilhaft sein. Geringe Vitamin D-Werte sind dagegen mit schwereren Symptomen und größerer Behinderung verbunden, zeigt in "Neurology" veröffentlichte Studie von Wissenschaftler der University School of Medicine in Baltimore.

 

 

Vitamin D in Tablettenform kann Blutspiegel anheben

 

MS gilt als Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und schädigt. Im Fall der MS richtet sich der Angriff gegen die Nervenscheiden von Nerven des zentralen Nervensystems.

 

Ein Zusammenhang zwischen dem Risiko an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken und geringen Vitamin D-Werten konnte bereits in verschiedenen Untersuchungen hergestellt werden. Auch bei bereits an MS-Erkrankten gibt es Nachweise einer Verbindung. Ob eine zusätzliche Gabe von Vitamin D, das der Körper in Abhängigkeit von der UV-Strahlung selbst bildet, MS-Patienten zugutekommen könnte, untersuchten US-Forscher.

 

In dieser Studie verabreichten sie 40 MS-Patienten zwischen 18 und 55 Jahren, die an der schubförmig remittierenden Form der Erkrankung litten, sechs Monate lang täglich entweder hohe oder niedrige Dosen an Vitamin D3. Dabei lag auch die niedrige Dosierung über der in den USA für Erwachsene empfohlenen Mengen. Hierzulande gelten jedoch andere Empfehlungen und diese Dosierungen liegen erheblich höher als die in den USA.

 

 

Hohe Vitamin D-Spiegel reduzieren Krankheitsaktivität

 

Die Wissenschaftler maßen die Vitamin D-Spiegel im Blut zu Beginn der Studie, sowie nach drei und sechs Monaten. Zusätzlich untersuchten sie die Reaktion von MS-bezogenen Immunzellen, sogenannte  T-Zellen, die bei der Erkrankung eine Rolle spielen. Die Menge der T-Zellen ist mit der Krankheitsaktivität verbunden.

 

Studienteilnehmer, die hohe Dosen Vitamin D erhielten, wiesen eine Reduktion des Prozentsatzes an T-Zellen auf. Ab einem Blutwert von 18 Nanogramm pro Milliliter war mit jedem Anstieg des Wertes um fünf Nanogramm pro Milliliter ein einprozentiger Abfall der T-Zellen im Blut verbunden. Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten waren bei den verschiedenen Dosierungen vergleichbar.

 

Da die MS als nicht heilbar gilt, ist eine Behandlung mit hochdosiertem Vitamin D möglicherweise nicht nur eine sinnvolle, sondern auch eine kostengünstige und sichere Behandlung von MS-Patienten, so die Wissenschaftler. Weitere Studien an größeren Patientenzahlen wären nötig, um zu verstehen, wie genau Vitamin D den Krankheitsverlauf beeinflusst. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann08.01.16Zum AnfangZurück

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