Milch für Ältere nicht gesund?

Milch ist gesund und aufgrund des enthaltenen Kalziums gut für die Knochen. Das ist bis heute die Lehre. Eine schwedische Studie stellt diese positiven Wirkungen nun zumindest für ältere Menschen in Frage. Demnach kann der tägliche Milchkonsum sogar den Knochen schaden. Knochenbrüche sind die mögliche Folge.

 

Knochenbruchrisiko bei Frauen erhöht

Forscher der Universität Uppsala nahmen die Wirkung von Milch bei Erwachsenen unter die Lupe. Sie analysierten zwei schwedische Langzeitstudien, die schwedische Mammographie Kohorte mit über 61.000 Frauen zwischen 39 und 74 Jahren und die Kohorte schwedischer Männer mit über 45.000 Männern von 45 bis 79 Jahren. Erfragt worden waren auch die Ernährungsgewohnheiten.

 

Die Forscher analysierten nach 20 Jahren Sterbefälle, Knochenbrüche und Hüftfrakturen. Bei Frauen ermittelten sie beim täglichen Konsum von mindetens drei Gläsern Milch täglich ein um 93 Prozent erhöhtes Sterberisiko. Jedes Glas Milch am Tag erhöhte das Knochenbruchrisiko um zwei Prozent, das Risiko für Hüftbrüche nahm ebenfalls zu. Besonders Hüftfrakturen beruhen häufig auf einer erhöhten Knochenbrüchigkeit (Osteoporose).

 

Galaktose in Milchzucker unter Verdacht

Bei Männern ergab sich kein erhöhtes Knochenbruchrisiko. Die Gesamtsterblichkeit war bei Milchkonsum allerdings etwas erhöht. In weiteren Untersuchungen von Harnproben ermittelten die Forscher einen Zusammenhang zwischen Entzündungsparametern und Milchkonsum.

 

Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die in Milchzucker enthaltene Galaktose für mögliche negative Folgen des Milchkonsums verantwortlich sind. Im Tierversuch beschleunigte Galaktose Alterungsprozesse.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Milch als wichtigsten Kalziumlieferanten. Ein Viertel Liter Milch decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen.

 

Wenn auch die vorliegenden Studienergebnisse noch kein Beweis für die Schädlichkeit von Milch sind und weitere Untersuchungen die Zusammenhänge prüfen müssen, lassen die Ergebnisse aufhorchen. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann14.11.14Zum AnfangZurück

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