Migräne: Grünes Licht kann Schmerzen lindern

Neben starken Kopfschmerzen ist auch Lichtscheu (Photophobie) ein typisches Merkmal von Mingräneanfällen. Doch ein schmales Spektrum von grünem Licht kann Patienten sogar Linderung verschaffen.


Auch blinde Migränepatienten reagieren auf Licht

Die Einwirkung von Licht kann Migränesymptome verstärken. Frühere Untersuchungen unter der Leitung von Rami Burstein am Beth Isreal Deaconess Medical Center in Boston zeigten bereits, dass auch blinde Menschen während Migräneanfällen sensibel auf Licht reagieren. Blaues Licht verstärkte ihre Symptomatik. Aufgrund dieser Ergebnisse weitete Burstein seine Untersuchungen auf andere Lichtspektren aus und bezog in seine Forschung auch sehende Menschen mit ein.

Seine Versuche zeigten, dass alle Farbspektren des Lichts das Potenzial aufweisen, Migräneschmerzen zu verschlimmern. Nur ein schmales Spektrum grünen Lichts weist dieses Charakteristikum nicht auf, es lindert die Schmerzen sogar um 20 Prozent. Am meisten verstärken blaues und rotes Licht die Beschwerden von Patienten.


Verschiedene Signalstärken in Netzhaut und Hirnrinde

Um dieses Phänomen näher zu verstehen, untersuchte das Team um Burstein die Stärke elektrischer Signale, die die Netzhaut und die Großhirnrinde bei der Einwirkung unterschiedlicher Lichtspektren erzeugten. Rotes und blaues Licht generierten in beiden Strukturen die stärksten Signale, während grünes Licht die kleinsten Impulse verursachte. Auch in Tierversuchen zeigte sich, dass der Thalamus im Gehirn als Vermittler zwischen Netzhaut und Hirnrinde ebenfalls auf die Einwirkung von grünem Licht geringere Reaktionen zeigt als auf andere Lichtspektren.

Diese Untersuchungsergebnisse könnten zukünftig vielen Migränepatienten helfen. Burstein veröffentlichte sie im Fachjournal "Brain". Er arbeitet derzeit an der Entwicklung von Glühbirnen, die nur ein schmales Spektrum grünen Lichts ausstrahlen und Sonnenbrillen, die alle anderen Lichtfarben blocken. Noch sind diese Produkte aufgrund ihrer aufwändigen Herstellung jedoch sehr teuer.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.05.16Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: