Migräne: Bluttest gibt Hinweise

Die Ursachen der Migräne sind noch weitgehend unverstanden. Neu entdeckte Biomarker im Blut könnten dabei helfen, Migräne mit einer Blutuntersuchung zu diagnostizieren. Das Verstehen der Ursachen und Krankheitsmechanismen führt möglicherweise nicht nur zu verbesserten Diagnosemöglichkeiten, sondern vielleicht auch zu neuen therapeutischen Optionen.

 

 

Forscher starten Blutuntersuchung von Migränepatienten

 

Viele Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Auch Kinder sind betroffen. Von episodischer Migräne spricht man, wenn Betroffene weniger als 15 Tage im Monat unter den starken und beeinträchtigenden Kopfschmerzen leiden. Wer noch häufiger von Migräne geplagt ist, hat eine chronische Migräne. Mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen Depressionen, Angst und Müdigkeit. Die Krankheitstage können entsprechend der Häufigkeit des Auftretens hoch sein.

 

Der Migräne zugrunde liegenden Ursachen und Mechanismen sind bislang weitgehend unklar. Einen Schritt weiter kamen nun Neurologen der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, Massachusetts. Sie entdeckten an weiblichen Patienten mit episodischer Migräne und durchschnittlich 5,6 Migränetagen im Monat, dass diese gegenüber Frauen ohne Migräne im Blut Auffälligkeiten aufwiesen.

 

 

Veränderte Werte bestimmter Fette von Migränepatienten

 

Frauen mit Migräne wiesen reduzierte Werte eines bestimmten Fettes auf. Die als Ceramide bezeichneten Fette spielen bei der Regulation von Entzündungen im Gehirn eine Rolle, zeigen frühere Studien. Frauen mit höheren Ceramidwerten hatte demnach ein geringeres Risiko für die Entstehung einer Migräne.

 

Darüber hinaus waren auch noch zwei andere Blutfettwerte mit einem erhöhten Migräneerkrankungsrisiko verbunden. In einem weiteren Schritt gelang es den Forschern, anhand der Blutwerte dieser Fette das Erkrankungsrisiko von Studienteilnehmerinnen genau zu bestimmen.

 

Ein besseres Verständnis der Migräne könnte sowohl für die Diagnose als auch Behandlung der Migräne bedeutsam sein, so die Wissenschaftler. Die Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Neurology". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.09.15Zum AnfangZurück

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