Medikament hilft bei kreisrundem Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall ist vermutlich eine Autoimmunerkrankung, die zum kompletten Haarausfall führen kann. Die Behandlung ist oftmals wenig erfolgreich. Jetzt fanden US-Forscher eine Möglichkeit, die bei 75 Prozent der Betroffenen die Haare wieder wachsen ließen.


Haarverlust kann psychisch belastend sein

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) ist die zweithäufigste Form des Haarverlusts. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten und auch Kinder bleiben nicht verschont. Meist kommt es zu einem Haarverlust im Bereich des Kopfhaares, aber andere Körperpartien und der ganze Körper können betroffen sein. Eine effektive Behandlung gibt es nicht und die psychischen Auswirkungen können beträchtlich sein.

Erst vor kurzem entdeckten Forscher spezifische Immunzellen und identifizierten die entzündlichen Prozesse, die die Haarfollikel angreifen, sodass sich diese in einem Ruhezustand befinden. Experimente an Menschen und Mäusen ergaben, dass sowohl lokal angewendete als auch eingenommene Medikamente, die ein Enzym blockieren, die Haarfollikel aus dem Ruhezustand befreien können. Zwei Medikamente können das Enzym hemmen. Ruxolitinib wird bereits bei bösartigen Knochenmarkserkrankungen eingesetzt, Tofaticinib kommt in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz.


Wiederbehaarung von 95 Prozent

Beiden Erkrankungen liegen ähnliche Krankheitsprozesse zugrunde wie beim kreisrunden Haarausfall – auch wenn es sich um völlig verschiedene Krankheiten handelt. Aufgrund der ähnlichen Krankheitsmechanismen testeten die Forscher die Wirksamkeit bei zwölf Patienten mit moderater bis schwerer Alopecia areata. Von schwerer Erkrankung ist die Rede, wenn mehr als 30 Prozent der Haare ausgefallen sind. Die Patienten erhielten drei bis sechs Monate lang alle zwei Tage 20 Milligramm Ruxolitinib.  

Neun der behandelten Patienten wiesen ein Wiederwachstum der Haare von 50 Prozent oder mehr auf. 77 Prozent der Studienteilnehmer, die auf die Behandlung ansprachen, erreichten ein Haarwachstum von 95 Prozent, was einer annähernden vollständigen Wiederbehaarung entspricht. Ein Drittel hatte jedoch nach Beendigung der Behandlung einen erneuten Haarverlust hinzunehmen, wenn auch dieser weniger stark ausgeprägt war als vor der Therapie, heißt es im "Journal of Investigation/Insight". Weitere Untersuchungen mit mehr Patienten wären nötig, um Effektivität und Verträglichkeit der Behandlung genauer zu untersuchen, so die Wissenschaftler.

Quelle: Dr. Julia Hofmann28.09.16Zum AnfangZurück

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