Magensäurehemmer schädigt Nieren

Häufig angewendete Magensäurehemmer können zu einem chronischen Nierenschaden führen, so neueste Forschungsergebnisse. Ob der Zusammenhang tatsächlich ursächlich ist, ist in zukünftigen Studien zu prüfen.

 

 

Protonenpumpeninhibitoren helfen bei Reflux

 

Wissenschaftler der Johns Hopkins University in Baltimore fanden heraus, dass Magensäurehemmer (Protonenpumpeninhibitoren,PPI) und eine Schädigung der Nieren zusammenhängen. Der Zusammenhang muss nicht ursächlich sein. Möglicherweise tragen Patienten mit Magensäurehemmereinnahme auch aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko für chronische Nierenerkrankungen, schreiben sie in "JAMA Internal Medicine".

 

Magensäurehemmer kommen bei Patienten mit Magensäurereflux bzw. Refluxkrankheit und gastroösophagealer Refluxkrankheit zum Einsatz. Verschiedene Wirkstoffe und Medikamentennamen sind bekannt, z. B. Omeprazol, Esomeprazol und Iansoprazol.

 

Die Forscher werteten Daten von über 10.400 Teilnehmern der "Atherosclerosis Risk in Community"-Studie aus, die für einen Zeitraum von 14 Jahren vorlagen. Die Ergebnisse überprüften sie anschließend über einen Zeitraum von sechs Jahren an einer größeren Teilnehmerzahl von fast 250.000 Menschen, die an einer weiteren Studie teilgenommen hatten.

 

 

Einnahme der Medikamente ist oftmals nicht nötig

 

Studienteilnehmer mit PP-Einnahme wiesen zu Beginn beider Untersuchungsperioden wahrscheinlicher einen höheren Body Mass Index (BMI) auf als Teilnehmer ohne Medikamenteneinnahme. Der BMI ist ein Maß zur Abschätzung des Körpergewichtes im Verhältnis zur Körpergröße. Daneben nahmen sie häufiger Acetylsalicylsäure (ASS) sowie Statine oder andere Medikamente zur Senkung eines hohen Blutdruckes ein.

 

Es zeigte sich, dass Patienten mit PPI-Einnahme ein höheres absolutes Risiko für die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung als Studienteilnehmer ohne die Einnahme der Medikamente aufwiesen.

Die Ergebnisse offenbaren zudem, dass 70 Prozent der Patienten, die diese Arzneien einnehmen, keine klare Indikation für die Einnahme hatten und 25 Prozent auf eine Langzeiteinnahme wahrscheinlich verzichten könnten, ohne Beschwerden zu entwickeln. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.01.16Zum AnfangZurück

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