Luft in den Städten wird zunehmend schlechter

Skylines versinken im Smog, Menschen gehen nur noch mit Atemschutz auf die Straßen: In etlichen Städten weltweit ist die Luft zum Atmen deutlich schlechter geworden. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Die Luftverschmutzung nimmt in vielen Städten nach einer Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer mehr zu. Fast 90 Prozent der Stadtbevölkerung weltweit atmet Luft ein, deren Belastung deutlich über den von der WHO empfohlenen Grenzwerten liegt, wie die Organisation am Mittwoch in Genf mitteilte.

Besonders dramatisch sei die Lage in Afrika und Südostasien. Ursachen für die schlechte Luftqualität seien vor allem der Autoverkehr und das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. Auch eine ineffiziente Energienutzung in Gebäuden trage dazu bei. «Viele städtische Zentren sind so eingehüllt in schmutzige Luft, dass ihre Skyline unsichtbar wird», sagte die WHO-Vizegeneraldirektorin für Familie, Frauen und Gesundheit der Kinder, Flavia Bustreo. Es sei gefährlich, die Luft dort einzuatmen.

Es gebe aber auch Lichtblicke. Die kolumbianische Hauptstadt Bogota zum Beispiel habe mit verbessertem öffentlichen Nahverkehr und guten Angeboten für Fußgänger und Radfahrer Erfolge erzielt, heißt es im aktuellen WHO-Bericht. Auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen wird positiv hervorgehoben. Dort seien unter anderem durch den hohen Stellenwert des Fahrrads Verbesserungen der Luftqualität erreicht worden.

Angesichts derartiger Beispiele gab sich die WHO-Direktorin für öffentliche Gesundheit, Maria Neira, optimistisch: Der Kampf gegen die Luftverschmutzung könne gewonnen werden. Einzelne Städte hätten die Möglichkeit, ihre Luftqualität durch lokale Maßnahmen zu verbessern - auch entgegen regionaler Trends. Die Studie beruht auf Daten aus weltweit 1600 Städten in 91 Ländern aus den Jahren 2008 bis 2013.

Etwa sieben Millionen Menschen jährlich sterben nach Angaben der WHO infolge der weltweiten Luftverschmutzung. Jeder achte Todesfall weltweit geht demnach auf verschmutze Luft zurück.

Quelle: dpa05.06.14Zum AnfangZurück

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