Leben Frauen länger oder Männer kürzer?

Immer mehr Deutsche legen sich der Schönheit zuliebe unters Messer. Im vergangenen Jahr ist ein Anstieg von neun Prozent zu verzeichnen, heißt es im "Deutschen Ärzteblatt". Die Zahlen gehen aus einer Erhebung der Deutschen Ärztevereinigung hervor. Der Zuwachs an Operationen auf dem Gebiet der Schönheit geht vor allem auf das Konto von Frauen. Aber auch mancher Mann ist einem plastisch chirurgischen Eingriff nicht abgeneigt.


Nr.1: Operationen an der Brust

Während es im Jahr 2014 gut 39.700 plastisch-chirurgische Eingriffe in Deutschland gab, waren es ein Jahr später schon über 43.000, zeigt eine Mitgliederbefragung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen und der Gesellschaft für Plastische Chirurgie. Die wahre Zahl der Eingriffe dürfte aber doppelt so hoch liegen, so die Experten. 

Auf Platz eins der schönheitsverschönernden Maßnahmen liegt demnach die Brustvergrößerung. Es folgen Fettabsaugung und Oberlidstraffung. Nasenoperationen und Bauchstraffungen kommen deutlich seltener vor. Mit zwölf Prozent nehmen Männer bei gleichbleibender Häufigkeit Operationen in Anspruch. Brustentfernung, Fettabsaugung und Oberlidstraffung kommen für sie am ehesten in Frage. Aber auch Haartransplantationen nehmen zu.


Zahlen zu Komplikationsrisiken fehlen weitgehend

Offenbar sind schönheitschirurgische Eingriffe ähnlich wie in den USA "salonfähig" geworden und werden als selbstverständliche Möglichkeit genutzt, um das Aussehen aufzuwerten. 

Zu bedenken geben Fachärzte, dass die häufig durchgeführte Brustoperation mit einem hohen Komplikationsrisiko verbunden ist. Genaue Zahlen sind für Eingriffe in Deutschland jedoch nicht verfügbar. Korrektureingriffe werden am ehesten wegen Gewebeverhärtungen, Verrutschen von Silikonkissen und Unzufriedenheit der Patienten durchgeführt. 

Brustimplantate aus nicht geeignetem Silikon hatten vor sechs Jahren für den "PIP-Skandal" gesorgt. Über 5.000 Frauen in Deutschland hatten minderwertige Silikonkissen erhalten. Die Gesellschaften der Schönheitschirurgen sehen im Rahmen des reformierten Medizinproduktegesetzes vor, ein Implantatregister aufzubauen. Hier sollen alle verwendeten Silikonkissen verzeichnet werden. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann01.06.16Zum AnfangZurück

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