Landleben schützt vor Darmkrankheit

Menschen, die auf dem Land leben, entwickeln seltener-chronisch entzündliche Darmerkrankungen als Städter. Eine Erklärung haben Wissenschaftler dafür erst einmal nicht. Unklar ist auch, warum immer mehr Kinder erkranken.


Aufwachsen auf dem Land schützt vor Darmkrankheiten

Eine kanadische Untersuchung ergab, dass Landbewohner weniger häufig an chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden als Stadtbewohner. Dies gilt besonders, wenn die Darmerkrankung bereits in der Kindheit beginnt, was immer häufiger vorkommt. Die Arbeit zeigt auch, dass Kinder, die in den ersten fünf Lebensjahren auf dem Land leben, weniger wahrscheinlich an einer CED erkranken.

Die im "American Journal of Gastroenterology" veröffentlichte Studie wurde von einem Forscherteam des Forschungsinstituts vom Children's Hospital of Eastern Ontario und anderen Forschungszentren in Kanada durchgeführt.

CED sind eine Gruppe von Erkrankungen des Magendarmtraktes, bei der es zu chronischen Entzündungen kommt. Die häufigsten sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede aufweisen. Morbus Chron kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen. Alle Schichten des Darms sind von den Entzündungen betroffen. Bei Colitis ulcerosa sind aber nur Teile der inneren Schicht der Darmwand des Dickdarms entzündet.


Immer mehr Kinder erkranken

Die genauen Ursachen der CED sind nicht bekannt. Ein fehlgeleitetes Immunsystem sowie Erbkomponenten werden angenommen, wie auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten. 

Die Forscher untersuchten die Beziehung zwischen CED's und Wohnort anhand der Daten von mehr als 45.500 Patienten mit CED aus vier Provinzen in Kanada zwischen 1999 und 2010. Über 6.600 Studienteilnehmer lebten ländlich. 

Es zeigte sich, dass das Risiko für eine CED geringer ausfiel, wenn Studienteilnehmer auf dem Land lebten, besonders wenn die ersten zehn Lebensjahre auf dem Land verbracht wurden.

Die Ergebnisse wären von besonderem Interesse, da bei Kindern in den vergangenen 20 Jahren ein Anstieg von Erkrankungszahlen zu beobachten ist, so die Wissenschaftler. Warum der Wohnort für Darmkrankheiten empfänglicher machen kann, ist allerdings unklar.

Quelle: Dr. Julia Hofmann16.08.17Zum AnfangZurück

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