Lachgas gegen Depressionen

Lachgas hilft möglicherweise, schwere Depressionen zu lindern, die auf andere Behandlungen nicht ausreichend ansprechen. Diese Idee hatten US-Forscher und testeten die Behandlung an einer kleinen Patientengruppe. Tatsächlich führte die Behandlung bei bis zu zwei Drittel zum Erfolg. Dass Lachen allgemein gesund ist, ist aber schon länger bekannt.

 

 

Depression einfach weglachen?

 

Warum sollte sich Lachen nicht postitiv auf behandlungsresistente Depressionen auswirken, zumal doch Traurigkeit ein Hauptsymptom der Erkrankung ist, fragten sich Wissenschaftler der Washington University School of Medicine in St- Louis, Montana. Sie starteten eine kleine Pilotstudie mit nur 20 Patienten, deren schwere Depressionen bislang mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu behandeln waren.

 

Die Patienten erhielten einmal Lachgas, wie es auch für Narkosen verwendet wird, und ein anderes Mal eine Scheinbehandlung. Welche Behandlung zuerst eingesetzt wurde, entschied der Zufall. Der aktive Wirkstoff bestand in einer Mischung aus Sauerstoff und Distickstoffoxid. Das Scheinmedikament war eine Mischung aus Sauerstoff und Stickstoff, die beiden Hauptgase der Luft, die wir atmen.

 

 

Lachgas ist Scheinbehandlung überlegen

 

Die Schwere der Depression wurde direkt nach der Behandlung und einen Tag später erfasst. Zwei Drittel der Patienten berichteten über eine Verbesserung der Symptome nach der Behandlung mit Lachgas. Dies war nur bei einem Drittel der Patienten mit Scheinbehandlung der Fall. Eine Verschlechterung der Symptome erfuhr niemand.

 

Diese Befunde müssen sich in Studien aber wiederholen, bevor endgültige Schlüsse gezogen werden können, so die Forscher. Allerdings sind die Ergebnisse der Pilotstudie vielversprechend.

 

 

Symptome verbessern sich rasch nach Behandlung

 

Etwa ein Drittel der Patienten mit Depressionen gelten als behandlungsresistent, das heißt, Behandlungen wirken nicht ausreichend und es besteht Bedarf an effektiven Therapien. Die Lachgasbehandlung in der Untersuchung hatte wenige Nebenwirkungen, allerdings kam es in Einzelfällen zu Übelkeit und Erbrechen.

 

Die meisten Patienten empfanden zwei Stunden nach der Lachgastherapie eine Verbesserung der Symptome. Auch wenn dazu keine Messungen bestanden: Einige Patienten berichteten sogar eine Woche nach der Behandlung über eine anhaltende Verbesserung ihrer depressiven Symptome.

Die Studie wurde in der Zeitschrift "Biological Psychiatry" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.12.14Zum AnfangZurück

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