Kurzsichtigkeit bei Kindern: Ab nach draußen!

Kinder, die viel Zeit draußen verbringen, werden seltener kurzsichtig. Kurzsichtigkeit betrifft immer mehr Kinder. Sie sehen in der Nähe scharf, aber in Entfernung verschwommen.

 

 

Kurzsichtigkeit ist zunehmendes Problem

 

Kurzsichtigkeit entsteht, wenn der Augapfel zu lang oder die Hornhaut zu gewölbt ist. Bei Lichteinfall ist keine korrekte Fokussierung möglich und entfernte Objekte scheinen verschwommen. Zwar wird Kurzsichtigkeit teilweise vererbt, die Forschung zeigt jedoch, dass visueller Stress durch zu viel Nahsehen eine Rolle spielt.

 

Besonders bei Menschen in Europa, aber auch anderen Gebieten der Erde wird Kurzsichtigkeit immer häufiger, so die chinesischen Autoren einer aktuellen Studie, die das amerikanische Ärzteblatt veröffentlichte. Im Osten und Südosten Asiens sind zum Teil 80 bis 90 Prozent der Highschool-Schüler betroffen. Die Forscher sprechen von epidemischen Ausmaßen.

 

Die Wissenschaftler initiierten nun eine Studie mit über 1.900 Erstklässlern. Sie untersuchten an etwa der Hälfte der Schüler die Auswirkungen auf die Sehfähigkeit, wenn eine Schulstunde am Tag drei Jahre lang nach draußen verlegt wird. Alle Kinder wiesen zu Beginn der Studie keine Kurzsichtigkeit auf.

 

Eltern der Kinder, die an den Schulstunden draußen teilnahmen, wurden zudem dazu aufgefordert, Outdooraktivitäten ihrer Sprösslinge an Wochenenden und in den Schulferien zu fördern. Kinder der Kontrollgruppe sollten den sonst auch üblichen Gewohnheiten folgen.

 

 

Outdooraktivitäten kommen nicht nur Augen zugute

 

Nach drei Jahren zeigte sich eine um 9,1 Prozent geringere Häufigkeit von Kurzsichtigkeit bei Kindern, die sich mehr draußen aufhielten. Insgesamt entwickelten 30,4 Prozent der Kinder der Outdoorgruppe eine Kurzsichtigkeit, in der Kontrollgruppe waren es 39,5 Prozent der Kinder. Die relative Risikoreduktion in drei Jahren betrug 23 Prozent.

 

Trotz der Erwartung noch eindrücklicherer Ergebnisse, halten die Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Studie für klinisch bedeutsam. "Entwickeln kleine Kinder bereits früh eine Kursichtigkeit", so die Forscher, "werden sie wahrscheinlich später eine schwere Form der Fehlsichtigkeit entwickeln". Eine frühe Intervention könnte den Verlauf positiv beeinflussen.

 

Zusätzlich zu bedenken sind eine Vielzahl weiterer gesundheitlicher Vorteile, wenn Kinder mehr Zeit im Freien verbringen. Was die Kinder draußen machen, scheint hinsichtlich der Augen weniger wichtig zu sein: Hauptsache, sie sind an der frischen Luft!

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.09.15Zum AnfangZurück

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