Kreuzweh: Zu häufig Röntgen und OP

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Die Techniker Krankenkasse beklagt zu viele Röntgenuntersuchungen bei Patienten mit akuten Rückenschmerzen. Diese sind nicht selten Anlass unnötiger Operationen, da sie Ursachen nicht wirksam bekämpfen.

 

 

Akute Schmerzen: Muskulatur oftmals Ursache

 

Annähernd 50.000 Patienten erhalten wegen Rückenschmerzen oftmals bereits in den ersten sechs Wochen eine Röntgenuntersuchung, zeigt eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse im Zeitraum 2010 bis 2012. Akute Rückenschmerzen bilden sich jedoch in diesem Zeitraum häufig von allein wieder zurück, so Experten. Deshalb sollte auf eine radiologische Untersuchung in diesen ersten Wochen nach Beginn der Schmerzen verzichtet werden.

 

Denn die Befunde aus den Röntgenbildern sind oftmals Anlass unnötiger Operationen, die das Problem nicht beseitigen können. Dieses sitzt nämlich häufig in der Muskulatur, weiß Thomas Nolte der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Die Muskulatur jedoch ist auf Röntgenbildern nicht beurteilbar.

 

 

Operation häufig unnötig

 

Eine Untersuchung der Techniker Krankenkasse ergab zudem, dass 85 Prozent der Eingriffe am Rücken unnötig sind, wenn man die Zweitmeinung von Experten berücksichtigt. Das ergaben die Daten des Modellprojekts "Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Operationen". Die Zahlen verdeutlichen die große Bedeutung einer Zweitmeinung vor manchen operativen Eingriffen.

 

Operative Eingriffe sind nicht ohne Risiken. Nach Operationen an Gelenken der Wirbelsäule kann es zu Verwachsungen und Narbenbildungen kommen, die ihrerseits zu Schmerzen führen. Ist aber die Muskulatur die Ursache der akuten Beschwerden, sind manchmal keine besonderen Maßnahmen nötig oder es greifen Physio- und Schmerztherapie.

 

Nach einem Gesetzentwurf soll jeder Patient, der einer Operation entgegensieht, zukünftig das Recht auf eine zweite unabhängige Expertenmeinung haben. Neben Rückenschmerzpatienten könnte diese auch bei anderen Operationen an Gelenken oder planbaren Herzeingriffen sinnvoll sein, so ein TK-Experte. Über die Frist, die dabei vergehen sollte, herrscht noch Uneinigkeit. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.04.15Zum AnfangZurück

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