Krebsscreening: Motiviert Religion?

Beeinflusst die Religion das Gesundheitsverhalten positiv? Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass mehr religiöse Menschen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen als nicht religiöse. Insbesondere muslimische Frauen nehmen Krebsvorsorgeuntersuchungen offenbar ernst. Woran das liegt, ist unklar.


Beeinflusst die Religion das Gesundheitsverhalten?

In Kanada sind Muslime die am schnellsten wachsende Immigrationsgruppe. Wie es bei dieser Bevölkerungsgruppe mit medizinischer Vorsorge aussieht und ob es Unterschiede zwischen Muslime und Menschen anderer Religionen oder nicht Gläubigen gibt, untersuchten nun Forscher.

Frühere Studien der Wissenschaftler hatten bereits ergeben, dass insbesondere aus Südasien und dem mittelern Osten stammende Immigrantinnen weniger wahrscheinlich zu Untersuchungen im Rahmen der Gebärmutterhalskrebsvorsorge gehen. Im Rahmen der Untersuchung ist ein Abstrich des Muttermundes nötig. Sowohl in Südasien als auch im mittleren Osten ist der Islam verbreitet. Der Glaube könnte für das Gesundheitsverhalten eine Rolle spielen.


Muslime nehmen Vorsorgeuntersuchungen oft ernst

Die Daten einer Umfrage auf freiwilliger Basis in Verbindung mit einer Auswertung der Häufigkeit einer Inanspruchnahme von Krebsscreeninguntersuchungen mit über 5.300 Menschen ergab Überraschendes. Muslime waren hinsichtlich Brustkrebsuntersuchungen meist auf dem Laufenden. Auch Frauen anderer Religionen schienen Brustkrebsuntersuchungen ernster zu nehmen als Frauen ohne Religionszugehörigkeit. Dies war auch bei muslimischen Frauen der Fall, die eher in sozioökonomisch benachteiligten Umfeldern lebten. Das wird allgemein als Barriere für einen medizinischen Zugang zu Gesundheitsleitungen betrachtet.

Ob tatsächlich der Glaube das Gesundheitsverhalten positiv beeinflusst und die eigene Gesundheit mehr im Bewusstsein ist, ließ sich anhand der Untersuchung nicht klären. Die Befunde hätten für die Forschung in der Familienmedizin Bedeutung, so die Wissenschaftler. Weitere Untersuchungen von größerem Umfang könnten weitere Erkenntnisse bringen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.10.16Zum AnfangZurück

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