Krebspatienten schmerzmedizinisch unterversorgt

Krebserkrankungen sind oftmals mit starken Schmerzen verbunden. Britische Forscher stellen fest, dass Patienten häufig erst sehr spät nötige Schmerzmittel erhalten. Durchschnittlich setzt eine Schmerzbehandlung, etwa mit Morphin, erst neun Wochen vor dem Tod ein.


Schmerz ist häufigstes Symptom bei der Krebsdiagnose

Schmerzen bei Krebserkrankungen machen oftmals eine Behandlung mit Opioiden wie Morphin notwendig. Offenbar erhalten viele Patienten diese Therapie aber zu lange Zeit nicht und die Behandlungsdauer ist insgesamt zu kurz. Zu diesem Schluss kommen Palliativmediziner der Universität Leeds.

Auch wenn Schmerzen häufiger erst bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen auftreten würden, wenn das Lebensende nahe, so gäbe es auch viele Patienten, die in früheren Stadien an Schmerzen zu leiden hätten, so die Forscher. Schmerz sei das häufigste Symptom bereits bei der Krebsdiagnose. Eine effektive Schmerzbehandlung bei Krebspatienten sollte wichtige Priorität besitzen.

Zu den Ergebnissen ihrer Untersuchung kamen die Forscher nach einer Datenanalyse von mehr als 6.000 in den Jahren 2005 bis 2012 an Krebs verstorbenen Patienten des britischen Krebsregisters. Medizinische Krankenunterlagen zu den Verschreibungen von Scherzmittel gaben Auskunft.


Forscher: Palliativmediziner und Schmerzmediziner früher einbeziehen

Demnach hatten 48 Prozent der Patienten im Jahr vor ihrem Tod starke Opioide wie Morphin von Ärzten erhalten. Die durchschnittliche Zeit zwischen der ersten Verschreibung der Schmerzmittel und dem Tod betrug neun Wochen. Eine späte Diagnose der Krebserkrankungen war jedoch nicht die Ursache für verzögert einsetzende Schmerzbehandlungen. Denn zwischen Krebsdiagnose und Tod lagen durchschnittlich 60 Wochen.

Die Studie ergab zudem, dass über 60-Jährige eher erst spät eine adäquate Schmerztherapie erhalten, jüngere Krebspatienten dagegen früher. Menschen, die in Hospizen starben, wurden häufig schon eher schmerzmedizinisch versorgt.

Eine effektive Schmerzkontrolle sei wichtig für die Lebensqualität, so die Wissenschaftler. Palliativmediziner müssten früher in die Behandlung einbezogen werden. Die Studie erschein im Fachmagazin "Pain". 

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.09.16Zum AnfangZurück

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