Krebs bei Schwangeren behandelbar

Erkranken schwangere Frauen an einer Krebserkrankung, machen sich selbst Ärzte beim Thema Behandlung meist Sorgen um die Gesundheit der werdenden Mutter und des ungeborenen Kindes. Dies ist aber oftmals nicht nötig, zeigen Untersuchungen, die anlässlich der Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden.

 

 

Krebstherapie in Schwangerschaft nicht verzögern

 

Behandlungen bei Krebserkrankungen schwangerer Frauen beeinträchtigen das ungeborene Kind meist nicht, ergaben zwei Studien, die anlässlich der ESMO vorgestellt wurden. Demnach ist eine angemessene Krebstherapie bei schwangeren Frauen möglich. Wird die Behandlung nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel verabreicht, lassen sich bei Kindern keine gesundheitlichen Schäden nachweisen. Ein Schwangerschaftsabbruch, eine Therapieverzögerung oder die Einleitung einer vorzeitigen Geburt erscheinen deshalb nicht gerechtfertigt.

 

In einer Studie waren 38 Kinder im Durchschnittsalter von 20,5 Monaten untersucht worden, die vor der Geburt einer Chemotherapie ausgesetzt waren. Im Vergleich zu 38 Kindern ohne Chemotherapie der Mutter zeigten die Kinder keine geistigen oder körperlichen Auffälligkeiten.

 

 

Keine Gesundheitsprobleme nach Bestrahlung

 

Die Mütter der einer Chemotherapie ausgesetzten Kinder hatten zu 60 Prozent während der Schwangerschaft Brustkrebs entwickelt, 22 Prozent Blutkrebs. Durchschnittlich hatten sie vier Zyklen einer Chemotherapie häufig in Form einer Polychemotherapie, also mit mehreren Krebsmedikamenten, oder Anthrazyklinen erhalten. Bekannt ist, dass Anthrazykline häufiger zu Herzschädigungen führen können. Besonders bemerkenswert ist deshalb, dass betroffene Kinder auch keine Herzschädigung aufwiesen.

 

In der zweiten Studie waren 16 Kinder im Alter von sechs Jahren und zehn Erwachsene im Alter von 33 Jahren untersucht worden, die im Mutterleib einer Bestrahlungstherapie ausgesetzt waren. Auch bei ihnen lag der Gesundheitszustand im Normbereich.

 

Daten des dänischen Krebsregisters zeigen, dass in der Schwangerschaft vor allem dunkler Hautkrebs (Melanom), Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs vorkommen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.12.14Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: