Kopfverletzung von Kindern mit Folgen

Kopfverletzungen von Kindern können langfristige Fogen haben, die mehr als nur die schulische Laufbahn betreffen. Das zeigt eine britsch-schwedische Langzeituntersuchung mit mehr als einer Million Studienteilnehmern. Demnach können soziale und gesundheitliche Folgen gravierend sein. Auch Gehirnerschütterungen gehören zu den Kopfverletzungen.


77 Prozent der Kopfverletzungen sind Gehirnerschütterungen

Kopfverletzungen in der Kindheit sind mit einem in der Folge erhöhten Risiko für mentale Krankheiten, schlechter schulischer Leistung und sogar einem vorzeitigen Tod verbunden, ergab eine im "PLOS Medicine" erschienene Studie. Dies geht aus den Ergebnissen der Langzeitbeobachtung von über einer Million Kindern hervor, die zwischen 1973 und 1985 geboren worden waren.

Seena Fazel der Oxford University und Mitarbeiter fanden zudem heraus, dass mehrfache oder wiederholte Verletzungen besonders gefährlich sind und das Risiko von Folgeschäden erhöhen. In 77 Prozent der Fälle handelt es sich um leichte Verletzungen wie Kopfschmerzen und Gehirnerschütterungen.

Die Forscher verglichen die Daten von Personen aus der gleichen Altersgruppe mit und ohne Kopfverletzung. Menschen, die als Kinder eine leichte, mittelschwere oder schwere Kopfverletzung erlitten hatten, wiesen eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für eine mentale, im Krankenhaus behandlungsbedürftige Kranheit auf als Menschen ohne Verletzung in der Kindheit. Sie erhielten zu 80 Prozent wahrscheinlicher Invaliditätsleistungen und starben zu 70 Prozent wahrscheinlicher vor dem Erreichen des 41. Lebensjahres. Zudem hatten sie ein erhöhtes Risiko, eine schlechtere schulische Laufbahn einzuschlagen.


Kopfverletzung kann Konsquenzen für das ganze Leben haben

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen weitreichende und langanhaltende Konsequenzen von kindlichen Kopfverletzungen", so Studienleiterin Fazel. Zwar könnten nicht alle Verletzungen verhindert werden, doch sei nach einer Verletzung eine langfristige wachsame Beobachtung sinnvoll. Bei festgestellten negativen Auswirkungen durch die Verletzung sei ein frühes Eingreifen wichtig, um größeren Schäden vorzubeugen. 

Wissenschaftler kommen immer häufiger zu dem Schluss, dass es sich bei Gehirnerschütterungen keineswegs um Bagatellverletzungen handelt. Diese bedürfen möglicherweise auch langfristigerer Ruhe.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.09.16Zum AnfangZurück

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