Kopfschmerz: Zusammenhang mit Schilddrüse

Kopfschmerzen können das Risiko einer Schilddrüsenerkrankung erhöhen. Darauf weist eine Untersuchung von US-Forschern hin. Besonders betroffen sind offenbar Patienten mit Migräne. Aber auch andere Typen von Kopfschmerzen erhöhen das Risiko.


Schilddrüsenunterfunktion bei Migräne häufiger

Kopfschmerzen wie Migräne, Cluster-Kopfschmerzen und Spannungskopfschmerzen stehen einer Studie im "Journal of Head and Face Pain" zufolge mit der Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion in Zusammenhang. Bei der Schilddrüsenerkrankung werden nur unzureichend Schilddrüsenhormone gebildet, was mit Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, Verstopfung und unregelmäßigem Menstruationszyklus verbunden ist.

Die Studie von Andrew Martin und Mitarbeitern vom University of Cincinnati ist eine der größten Untersuchungen zum Thema. Die Ergebnisse stammen aus Daten von mehr als 8.400 Personen, die mehr als zwölf Jahre lang beobachtet wurden. Demnach wiesen Studienteilnehmer mit Kopfschmerzen ein um 21 Prozent erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion auf, Menschen mit Migräne sogar um 41 Prozent.


Erhöhtes Risiko für ältere Frauen 

Menschen mit Migräne trugen das höchste Risiko für eine Unterfunktion der Schilddrüse, weshalb die Wissenschaftler annehmen, dass diese besonders empfänglich für die Krankheit sind. Fragebögen mit Angaben zur Häufigkeit von Kopfschmerzen ergaben, dass der Zusammenhang sich vor allem auf Kopfschmerzpatienten beziehen könnte, die häufig unter den Schmerzen leiden.

Die Studienegebnisse decken sich mit den Ergebnissen aus anderen Untersuchungen, die ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und insbesondere Migräne und einem erhöhten Schilddrüsenerkrankungsrisiko ergaben. Mit einer Schilddrüsenunterfunktion waren weibliches Geschlecht, fortgeschrittenes Alter, Übergewicht sowie Medikamente, die eine Schilddrüsenunterfunktion induzieren können, verbunden. Rauchen dagegen wirkte schützend. Dennoch sei Rauchen natürlich nicht empfohlen, um einer Schildrüsenunterfunktion vorzubeugen, so die Forscher. Die gesundheitlichen Risiken des Rauchens wie Herzkreislauferkrankungen und Krebs sind wesentlich höher zu bewerten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.10.16Zum AnfangZurück

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