Knochenkrebs: Tumorwachstum gestoppt

Das Ewing Sarkom gilt als zweithäufigste Knochenkrebsart bei Kindern und Jugendlichen. Trotz besserer Behandlungserfolge der letzten Jahre bleibt die Sterblichkeitsrate im Vergleich zu anderen Krebsarten hoch. 


Vor allem Kinder und Jugendliche betroffen

Knochenkrebs gehört zu den aggressivsten Formen unter den Tumorleiden. Während das Ewing Sarkom bei Erwachsenen die dritthäufigste Knochenkrebsform ist, steht es bei Heranwachsenden an zweiter Stelle. Betroffene Kinder leiden an den schweren Folgen der stark invasiven Therapieansätze, die neben Chemotherapie und Bestrahlung häufig mit Amputationen einhergehen.

Trotz immer besserer Behandlungserfolge liegt die Sterblichkeitsrate in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose immer noch bei 30 bis 40 Prozent. Vor allem, wenn der Tumor gestreut hat oder es zu Rückfällen kommt, stehen die Heilungschancen nach wie vor schlecht.
Forschern des Klinikums rechts der Isar in München ist es nun gelungen, die Übertragung von Erbinformationen der Tumorzellen zu blockieren. 


Fehlerhafte Reparatur von DNA-Bruchstücken als Ursache

Vor allem bei Heranwachsenden ist die Teilungsaktivität der Zellen im Körper hoch. Kommt es hierbei zu Fehlern bei der Verdopplung der Erbinformation, gibt es verschiedene Reparatursysteme, um diese zu beheben. Das Ewing Sarkom entsteht, wenn bei diesen Reparaturvorgängen Gene an falscher Stelle miteinander verknüpft werden. Die neu entstandene Zelle beginnt ein als Onkofusionsprotein bezeichnetes Eiweiß zu bilden, das das Wachstum des Tumors ermöglicht.

Im Mausmodell gelang es den Forschern um PD Dr. Günther Richter nun, diese Genaktivität und damit die Bildung des Onkofusionsproteins zu blockieren. Durch einen Eingriff in ihren Stoffwechsel stirbt die entartete Tumorzelle. Das Sarkom kann sich so nicht weiter ausbreiten. 

Diese wichtigen Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Therapie des Ewing Sarkoms, so Richter. Derzeit untersucht sein Team in europaweiten Studien vor allem für die Diagnostik relevante Eigenschaften des Knochentumors.

Quelle: Dr. Julia Hofmann22.04.16Zum AnfangZurück

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