Kleinere Essensportionen durch Belohnung

Liegt dem Essen ein kleines Geschenk bei, motiviert dies sowohl Kinder als auch Erwachsene zur Wahl einer kleineren Essensportion. Das Konzept des "Happy Meal" kommt nicht nur dem Gewicht zugute, so das Ergebnis einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift "Consumer Research". Auch sollte man Essen nicht als Belohnung einsetzen, so Wissenschaftler.

 

 

Halbe Portion mit Geschenk kombiniert macht glücklich

 

Wie reagiert das Gehirn auf Essen, wenn der Mahlzeit eine kleine Aufmerksamkeit beigelegt ist wie etwa ein Spielzeug, eine Geschenkkarte oder ein Lotterielos? US-Forscher fanden mit der Magnetresonanztomographie heraus, ob diese Reaktionen mit denen auf einen leckeren größeren Burger oder eine große Pizza mit Käse vergleichbar sind. In einer ganzen Serie von Experimenten konnten Studienteilnehmer zwischen verschiedenen Essensvarianten und Geschenken auswählen, während die Hirnaktivität in der Bildgebung dargestellt wurde.

 

Die meisten Kinder und Erwachsenen wählten lieber halbe Portionen, die mit einem Geschenk verbunden waren, als große Portionen ohne eine Beigabe, obwohl der Preis für beide Arten von Essen exakt gleich war. Offenbar aktivierte die Kombination nur einer halben Essensportion mit einem Geschenk ein bestimmtes Hirnareal, das sogenannte Striatum, das für Belohnung, Verlangen und Motivation bedeutsam ist.

 

 

Forscher: Nicht mit Essen belohnen!

 

Es zeigte sich, dass auch Studienteilnehmer hochmotiviert waren, kleinere Portionen mit einem Geschenk zu wählen, wenn sie Hunger hatten. Sie kompensierten anschließend nicht durch weiteres Essen und die Aufnahme von mehr Kalorien. Mehr noch als ein geringer Preis motivierte die zum Essen dazugegebene Aufmerksamkeit zur Wahl der kleinen Portion. Die Aussicht auf den Gewinn von ein paar Dollar tat bereits seine Wirkung.

 

Die Forscher mahnen, Erfolge und Leistungen nicht mit Essen zu belohnen. Positives Verhalten sollte nicht mit Nahrungsaufnahme in Verbindung stehen. Wurde das erst einmal erlernt, ist es wahrscheinlicher, sich selbst und andere später mit Essen zu belohnen, was hinsichtlich der zunehmenden Schwierigkeiten mit Übergewicht und Fettleibigkeit problematisch ist.

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.01.16Zum AnfangZurück

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