Kinderwunch: Lakritze lieber weglassen

Lakritze könnte bei Frauen die Fruchtbarkeit herabsetzen. Im Tierversuch beeinflusste ein Inhaltsstoff der Lakritze die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Ob die Ergebnisse auf Frauen übertragbar sind, ist aber unklar. 


Lakritze: Gesund oder schädlich?

Lakritze wurden schon positive Wirkungen auf die Gesundheit zugesprochen. So soll sie möglicherweise vor Husten und Erkältungen, Magendarmgeschwüren und sogar Krebs schützen. Auch bei Hitzewallungen von Frauen in und nach den Wechseljahren sowie anderen Wechseljahresbeschwerden soll Lakritze hilfreich sein. Bestandteil von Lakritze ist die Substanz Isoliquiritin. US-Forschern zufolge könnte sie zu einer Unterdrückung von Genen führen, die für die Östrogenproduktion verantwortlich sind. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Reproductive Toxicology".

Jodi Flaws von der University of Illinois und ihre Mitarbeiter konnten zwar nicht nachweisen, dass eine verminderte Hormonproduktion von Östrogen die Fruchtbarkeit herabsetzt, doch vergleichbar niedrige Hormonwerte beim Menschen, wie sie im Tierversuch nachgewiesen wurden, könnten die Fruchtbarkeit ernsthaft beeinträchtigen.

In der den Ergebnissen zugrundeliegenden Studie hatten die Wissenschaftler sogenannte Antralfollikel 48 Stunden und mehr verschiedenen Konzentrationen von Isoliquiritin ausgesetzt. Antralfollikel sind an der Oberfläche des Eierstocks heranreifende Eizellen, die für Genaktivitäten verantwortlich sind, die wiederum für die Produktion von Östrogen und anderen Hormonen bedeutsam sind.


Substanz aus Lakritze senkt Östrogenspiegel

Hohe Konzentrationen der Lakritzesubstanz beeinflussten diese Genaktivität negativ und reduzierten sie um mindestens 50 Prozent. 

Geringe Östrogenwerte stehen mit Fruchtbarkeitsproblemen, aber auch anderen Gesundheitsproblemen, etwa des Herzkreislaufsystems, der Knochen und dem Gehirn in Verbindung. Dass die Substanz aus Lakritze das Krankheitsrisiko erhöhen und auch die Fruchtbarkeit senken könnte, ist bislang lediglich eine Annahme. Beweise müssen weitere Untersuchungen erbringen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.11.16Zum AnfangZurück

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