Kinder: Zu häufige Asthmadiagnose?

Asthma wird bei Kindern überdiagnostiziert, was möglicherweise oftmals zu unnötigen Behandlungen führt, kritisieren britische Mediziner. Diese Behandlungen könnten auch Nebenwirkungen haben.


Asthmabehandlungen haben auch Nebenwirkungen 

In der Vergangenheit sei kindliches Asthma eher zu selten diagnostiziert worden, so führende britische Lungenfachärzte. Zunehmend gehe die Entwicklung aber in die andere Richtung und Kinder erhielten zu häufig eine Asthmadiagnose und würden demzufolge auch unnötigerweise z. B. mit inhaliertem Kortison behandelt, schreiben sie in den "Archives of Disease in Childhood". 

Problematisch an einer Behandlung können demnach die Nebenwirkungen sein, die insbesondere bei zu hoch dosierten Medikamenten zu befürchten sind. "Inhaliertes Kortison verbessert die Lebensqualität von Asthmapatienten deutlich, reduziert die Anfallshäufigkeit und das Sterberisiko", so die Mediziner. Doch sind mit der Behandlung durchaus potentielle Nebenwirkungen verbunden, darunter eine Beeinträchtigung des Wachstums und immunsystemunterdrückende Wirkungen in Zellen der Atemwege, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege führen kann. 


Ärzte fordern genaue Diagnose von kindlichem Asthma

Zudem kann der Wirkstoff laut Mediziner in Abhängigkeit von der Dosis und vom Entzündungsgrad der Zellen in den Atemwegen in das Blut und den Körper gelangen. Sie fordern eine zuverlässige Diagnose des kindlichen Asthmas, damit Asthma nicht zu einer Modediagnose und das inhalative Kortison nicht zum modischen Accessoire wird. Eine gravierende Folge nicht genauer Diagnosen wäre zudem, dass echte Asthmaerkrankungen bei Kindern auch übersehen würden, was tragische Konsequenzen haben kann.

Wichtig wären beweisende Untersuchungen wie etwa Atemtests. Das Symptom Husten allein sei noch kein Beleg für eine Asthmaerkrankung. Zu bedenken wäre auch, dass viele Kinder dem Asthma entwachsen und die Behandlung nicht einfach intensiviert werden sollte, nur weil ein Kind nicht auf die Therapie anspricht. Möglicherweise habe manch ein Kind mit Asthmadiagnose gar kein Asthma, so die Fachärzte. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann15.04.16Zum AnfangZurück

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