Kinder: Fettes Essen wirkt auf Geist

Kinder, die sich fettreich ernähren, entwickeln leichter Übergewicht. Dass später auch psychische und psychiatrische Probleme folgen können, ist eine aktuelle Erkenntnis. Fettreiche Ernährung wirkt einer Studie zufolge direkt auf das Gehirn.


Fettreiche Ernährung wirkt auf junge Gehirne

Kinder, die sich extrem fettreich ernähren, könnten in späteren Lebensjahren mentale und psychiatrische Probleme entwickeln, so die Ergebnisse einer Untersuchung in "Molecular Psychiatry". Offenbar werden Schlüsselproteine angegriffen, die für die Arbeit der Synapsen im Gehirn wichtig sind. Fette wirken demnach besonders auf junge, sich entwickelnde Gehirne.

Diese molekularen Mechanismen entdeckten Schweizer und französische Wissenschaftler anhand von Untersuchungen an Mäusen. Bei ihnen ließen sich kognitive Defekte bereits nach einer vierwöchigen fettreichen Ernährung nachweisen. Veränderungen auf molekularer Ebene zeigte bereits vor einer Gewichtszunahme. Erhielten Erwachsene die gleiche fettreiche Ernährung, wirkte sich das nicht auf das Gehirn aus.

Auch Studien am Menschen konnten bereits zeigen, dass eine sehr fettreiche Ernährung in der Jugend kognitive Leistungen wie Problemlösung und Arbeitsgedächtnis beeinträchtigen. Dies sei besonders im Hinblick auf die zunehmenden schlechten Ernährungsgewohnheiten vieler Kinder und Jugendlicher bedenklich, so die Studienautoren. Der Effekt sei auch besonders in der Zeit der Jugend bedeutsam, denn in diesem Alter ist auch der Kalorienbedarf und der Appetit erhöht. Jugendliche entscheiden zunehmend selbst, was sie essen.


Für die Hirnfunktion fehlt ein wichtiges Protein 

Die Wissenschaftler nehmen an, dass Jugendliche aufgrund eines Proteins empfindlicher auf eine fettreiche Ernährung reagieren. In der Studie wiesen fettreich ernährte Mäuse in einem Bereich der vorderen Hirnrinde weniger Nervenzellen auf, die diesen Eiweißstoff ausschütten. Das Eiweiß ist aber für diejenigen Synapsen wichtig, die für die Kommunikation von Nervenzellen zuständig sind.

Die Studienergebnisse passen zu der Beobachtung, das ungesunde Ernährung und Fettleibigkeit immer häufiger mit der Entwicklung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen einhergehen. Ein Mangel an dem Eiweißstoff ließ sich auch bei Schizophrenie und Alzheimer nachweisen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann24.11.16Zum AnfangZurück

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