Kinder: Bei Verstopfung ist Hilfe notwendig

Verstopfung betrifft nicht nur Erwachsene, bereits kleinere Kinder können darunter leiden. Wirksame Strategien zur Behandlung nennt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Demnach sollte die kindliche Verstopfung möglichst frühzeitig behandelt werden.

 

 

Früh behandeln - Chronifizierung vermeiden

 

Ein- bis dreimal Stuhlgang am Tag ist normal, aber auch ein Stuhlgang alle zwei Tage kann vorkommen und bedeutet nicht unbedingt eine Verstopfung. Kommt es abre seltener zum Stuhlgang oder der Stuhlgang ist häufig mit Schmerzen und Anstrengung verbunden, kann es sich um eine Verstopfung handeln. Dies wird, wenn sie länger als zwei Monate besteht, als chronisch bezeichnet.

 

Um eine Chronifizierung und Angstvermeidungsverhalten abzuwenden, sollte eine Therapie der Verstopfung bei Kindern früh ansetzen, so Experten. Grundsätzlich sollte den Kindern zunächst die Angst vor dem schmerzhaften Stuhlgang genommen werden. Druck vonseiten der Eltern ist eher kontraproduktiv.

 

 

Therapie dem Alter des Kindes anpassen

 

Je nach Alter des Kindes sind unterschiedliche Therapien wirksam. Bei Säuglingen und jungen Kleinkinder stehen

  - Po- und Afterpflege

  - Glycerinzäpfchen und Miniklistiere (nicht bei entzündetem Po)

  - Ernährungsumstellung (z.B. Birnenmus, Vollkornbrei, Kleie, Leinsamen)

  - Testung einer Kuhmilchunverträglichkeit (dann Meiden von Milch und Milchprodukten)

  - kindergeeignete Medikamente (Laxantien)

im Vordergrund. Sauberkeitstraining sollte erst nach der Stuhlregulierung einsetzen.

 

Bei Kindergarten- und Schulkindern empfehlen sich

  - altersgemäße Erklärung der Darmfunktion

  - Toilettentraining: Nach der Hauptmahlzeit oder bei Anzeichen für Stuhlgang das Kind an den Toilettengang erinnern. Bei Versuchen des "Verkneifens" sollte mit Ablenkung gearbeitet werden. Toilettensitzungen sollten nicht mehr als fünf bis zehn Minuten in Anspruch nehmen. Bequemes Sitzen auf der Toilettenschüssel ist wichtig (hilfreich sind Schemel oder Kindertoilettensitze)

  - Medikamentöse Weichhaltung des Stuhls durch Präparate vom Arzt

  - Ernährung mit ansprechender Mischkost, aber keine Bananen, Schokolade, Kuchen u.a. Vollkornprodukte sind hilfreich, Milch und Milchprodukte aber nicht im Übermaß. Orangen- oder Birnensaft zum Frühstück wirken stuhlregulierend. Zum Kochen eignet sich Olivenöl besser als Butter, Margarine oder Sonnenblumenöl.

Wichtig ist für alle Kinder körperliche Bewegung bei Sport und Spiel.

Quelle: Dr. Julia Hofmann23.07.15Zum AnfangZurück

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