Keine Schließung des Charité-Museums

Berlin (dpa) - Das Medizinhistorische Museum der Charité steht nach Worten von Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz nicht vor dem Aus. «Wir sind uns einig, dass eine Schließung dieses traditionsreichen Museums nicht in Frage kommen kann», versicherte Schmitz am Montag im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses.

Auch die Charité habe deutlich gemacht, dass es ihr nicht um eine Schließung gehe, sagte der SPD-Politiker. Der Vorstand denke allerdings über eine Senkung der Kosten nach. «Wir sind optimistisch, dass eine Lösung in unserem Sinne gefunden wird», sagte Schmitz. Auch die in erster Linie zuständige Bildungs- und Wissenschaftsverwaltung vertrete diese Linie.

Eine Charité-Sprecherin hatte vergangene Woche bestätigt, eine Schließung sei eine von mehreren Optionen im Vorstand gewesen. Ziel sei jedoch nicht das Aus, sondern der Abbau des Defizits von rund 700 000 Euro. Unter anderem werde geprüft, ob sich ein neuer Träger, eine Fusion mit einem anderen Museum oder eine Unterstützung durch Sponsoren als mögliche Lösung anbiete. Spätestens im Oktober soll eine Entscheidung fallen.

Das Museum geht auf die historische Sammlung des Pathologen Rudolf Virchow (1821-1902) zurückgeht und umfasst rund 14 000 Objekte. Publikumsrenner im Jahr 2009 war die Ausstellung «Vom Tatort zum Labor». Die Schau über die Arbeit von Gerichtsmedizinern zog in sechs Monaten rund 100 000 Besucher an.

Für den Kulturausschuss war die Sitzung am Montag die letzte vor der Abgeordnetenhauswahl am 18. September. Die CDU zog wegen der knappen Zeit einen Antrag zurück, in dem sie Auskunft zur Zukunft des Kunsthauses Tacheles verlangte. Dem Haus steht eine Zwangsversteigerung bevor.

Quelle: dpa23.08.11Zum AnfangZurück

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