Kariesschutz mit Xylit?

Der Zuckeraustauschstoff Xylitol bzw. Xylit soll vor Karies bewahren und kommt in Süßigkeiten, Zahnpflegekaugummis oder Zahnpasten zum Einsatz. Doch lässt sich eine Wirksamkeit hinsichtlich des Erhaltes der Zahngesundheit nicht sicher belegen, zeigt eine Datenanalyse der renommierten Cochrane Collaboration.

 

 

Wenige vergleichbare Studien zum Thema

 

Der stark beworbene und bekannte Zuckerersatzstoff Xylit soll vor Zahnschäden durch Karies bewahren und findet deshalb in verschiedensten Produkten breitere Anwendung. Denn Karies betrifft 90 Prozent der Kinder und auch viele Erwachsene.

 

Doch ist die Wirksamkeit des süßen Kariesverhüters auch zweifelsfrei belegbar? Forscher nahmen die verfügbaren Daten aus zehn Studien mit insgesamt 6.000 Teilnehmern genauer unter die Lupe. Dabei stießen sie auf das Problem, dass die Studien ein verschiedenes Design hatten und infolgedessen gar nicht miteinander vergleichbar waren. Der Analyse standen deshalb nur zwei Studien mit 4.200 Kindern zu Verfügung. Beide hatten die Wirksamkeit einer Zahnpasta mit Xylit untersucht.

 

 

Geringe Beweiskraft für Wirksamkeit von Xylit

 

Gegenüber einer fluoridierten konnte eine Xylit-enthaltende und fluoridierte Zahnpasta bei dreijähriger Anwendung Zahnschäden um 13 Prozent vermindern. Für andere Produkte mit Xylit wie Sirup oder Lutschtabletten fand man kaum oder sogar keine Hinweise auf eine Wirksamkeit.

 

Der Mangel an vergleichbaren Studien lässt keine sicheren Aussagen zur Wirksamkeit des Zuckerersatzstoffes zu. Ein Mangel besteht auch in der Erforschung bekannter potentieller Nebenwirkungen von Xylit wie Blähungen und Durchfall, so die Wissenschaftler.

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann07.04.15Zum AnfangZurück

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