Kann Sport dem Herzen schaden?

Wie gefährlich ist übermäßiger Sport fürs Herz oder sind bestimmte Sportarten mit zu großen Risiken verbunden? Experten verneinen dies. Jede Art der Bewegung wäre der Gesundheit zuträglicher als ein Mangel daran, argumentieren sie.

 

 

Nicht so selten: Herzinfarkt nach Marathon

 

"Sport ist Mord", meinen die einen und scheuen deshalb vielleicht jede sportliche Betätigung. Wieder andere scheinen es mit ihrem Sportsgeist vielleicht ein wenig zu übertreiben und trainieren bis an die Leistungsgrenze. Hier zeigen sich tatsächlich oftmals große Unterschiede in der Bevölkerung. Während sich ein großer Teil zu wenig bewegt und mit gesundheitlichen Folgen wie Übergewicht und Herzkreislauferkrankungen zu kämpfen hat, treiben auch immer mehr Menschen intensiv Sport und laufen oder joggen regelmäßig. Zunehmend viele Ältere über 40 Jahren begeistern sich auch für den Marathonlauf.

 

Besonders letzteres kann dramatisch enden: Laut einer Studie betrug die Todesrate im Zeitraum zwischen 2000 und 2009 unter 100.000 Marathonläufern 0,75. In Zahlen bedeutet das: Es starben 28 Menschen, mehrheitlich Männer, in einem Durchschnittsalter von 41,5 Jahren. Die Hälfte war unter 45 Jahre alt.

 

Todesursache war bei 45-Jährigen und Älteren zu 93 Prozent ein Herzinfarkt bzw. eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße. Meist kam es zum Herzstillstand. Es gibt wenige, aber aufsehenerregende Studien, die nahelegen, dass ein Zuviel an aerobem Training für das Herz genauso gefährlich sein könnte wie gar kein Training.

 

 

Experten: Kein Grenzwert für gesundheitsförderliche Belastung

 

Aber welches Maß an Bewegung ist sinnvoll, damit die Gesundheit profitiert und das Herzkreislaufsystem nicht überlastet wird? Das American College of Cardiology (ACC) legt nun einen Bericht vor, nachdem Forschungsarbeiten zum Thema anlaysiert wurden. Es prüfte auch, ob es eine Belastungsgrenze gibt, deren Überschreitung das Herzkreislaufrisiko erhöht.

 

Das Ergebnis zeigt, dass ein geringer Grad an körperlicher Aktivität, darunter auch das alleinige Stehen, das Herzkreislaufriisko senkt. Mehr Bewegung aber reduziert dieses Risiko deutlicher. Das Todesrisiko lässt sich durch moderaten bis anspruchsvollen Sport signifikant senken. Auch ein höherer Grad an moderat intensivem Training senkt das Herzkreislaufrisiko.

 

Während dieser Nutzen ab einem gewissen Punkt abflacht, gibt es laut Bericht keine wissenschaftlichen Hinweise für einen oberen Grenzwert des sportinduzierten Gesundheitsnutzens. Jeder Art des Sportes, egal ob leichte Bewegung oder stark fordernde Sportarten, reduzieren im Vergleich zu keiner Bewegung die Herzkreislaufsterblichkeit sowie die allgemeine Sterblichkeit. Auch für Menschen mit koronarer Herzerkrankung und nach einem Herzinfarkt ist Bewegung sehr wichtig, schreiben sie im "Journal of the American College of Cardiology".

Quelle: Dr. Julia Hofmann26.01.16Zum AnfangZurück

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