Jugend: Bluthochdruck durch Stress

Jugendliche, die sich von Stress schnell beeindrucken lassen, entwickeln in späteren Jahren häufiger Bluthochdruck. Stressmagagement ist demnach auch schon in jungen Jahren ein wichtiges Thema.

 

 

Psychologische Faktoren und Stress beeinflussen Blutdruck

 

Ein hoher Blutdruck erhöht das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall und ist deshalb behandlungsbedürftig. Denn diese Erkrankungen gehören zu den führenden Todesursachen. Bewegungsarmut, Übergewicht und ungesunde Ernährung tragen zur Entwicklung eines hohen Blutdrucks bei, aber auch psychologische Faktoren haben einen wichtigen Anteil. Zu diesen Faktoren gehören Kindheitstraumata, die Neigung zu Ungeduld und Feindseligkeit, finanzieller Stress, Depressionen und Angststörungen.

 

Die Auswirkungen psychologischer Faktoren bei Jugendlichen auf den späteren Blutdruck untersuchten jetzt US-Forscher. Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlichten sie im Journal "Heart". Dazu nutzten sie die Daten eines nationalen schwedischen Krankheitsregisters von über 1,5 Millionen Männern, die zwischen 1969 und 1997 in die Armee eingezogen worden waren. Neben körperlichen Standarduntersuchungen spielten psychologische Tests und Tests zur Überprüfung des Umganges mit Stress eine Rolle. Die Studienteilnehmer wurden durchschnittlich bis zum Alter von 47 beobachtet.

 

 

Umgang mit Stress kann man lernen

 

Insgesamt sechs Prozent der Männer entwickelten im Studienverlauf einen Bluthochdruck. Eine geringe Stresstoleranz war mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung eines späteren Bluthochdrucks verbunden. Männer, die am leichtesten gestresst waren, wiesen im Vergleich zu jenen mit der höchsten Stresstoleranz ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für einen Bluthochdruck auf. Zwischen der Art, mit Stress umzugehen und dem Risiko, später eine Bluthochdruckerkrankung zu entwickeln, bestand ein klarer und linearer Zusammenhang.

 

Eine große Rolle für die Entwicklung spielten auch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) und Übergewicht. Das Risiko für die Entwicklung eines Bluthochdrucks war durch jede der Erkrankungen 2,5-fach erhöht. Das Bluthochdruckrisiko dagegen reduzieren vermochten eine gute Bildung und ein gehobener sozioökonomischer Status der Nachbarschaft. 

 

Lassen sich die Erkenntnisse aus der Studie in weiteren Untersuchungen reproduzieren, ließen sich geeignete Vorbeugemaßnahmen entwickeln, so die Wissenschaftler. Berücksichtigt werden sollten psychologische Faktoren und Stressmanagement.

Quelle: Dr. Julia Hofmann09.02.16Zum AnfangZurück

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