Ist Schlafwandeln erblich?

Schlafwandeln kommt bei Kindern häufiger vor. Eine andere häufige Schlafstörung ist der sogenannte Schlafterror. Zwischen diesen Schlafstörungen gibt es Verbindungen, aber auch die Eltern spielen eine große Rolle. Denn sie können die Störung vererben, zeigt eine Studie in "JAMA Paediatrics".

 

 

Schlafterror und Schlafwandeln bei Kindern

 

Schafwandeln bessert sich meist mit dem Heranwachsen von Kindern oder verschwindet ganz. Kinder, die unter Schlafterror leiden, erwachen schreiend, haben große Angst und sind eine Zeit lang nicht zu beruhigen, was Eltern sehr belastet. Wissenschaftler aus Montreal untersuchten den Zusammenhang zwischen beiden Schlafstörungen bei über 1.900 Kindern und die Verbindung zu früheren Schlafstörungen der Eltern.

 

Die Häufigkeit von Schlafterror bei 1,5 bis 13 Jahre alten Kindern betrug 56 Prozent. Besonders häufig litten kleine Kinder im Alter von 1,5 Jahren an der Störung. Mit 13 Jahren waren es nur noch 5,3 Prozent.

 

Schlafwandeln kam im Alter von 2,5 bis 13 Jahren bei 29,1 Prozent der Kinder vor. Es war in der Vorschulzeit seltener und stieg im Schulalter stetig bis zum Alter von zehn Jahren an.

 

 

Höheres Risiko, wenn beide Eltern Schlafwandler waren

 

Kinder, die in der frühen Kindheit bereits an Schlafterror litten, wurden wahrscheinlicher später auch zu Schlafwandlern. Die Wahrscheinlichkeit zum Schlafwandler zu werden, stieg zudem mit der Geschichte der Eltern. War ein Elternteil früher ebenfalls Schlafwandler, war die Wahrscheinlichkeit dreimal höher, dass auch das Kind die Störung entwickelte. Waren beide Eltern Schlafwandler, war die Wahrscheinlichkeit siebenfach erhöht.

 

Die kindlichen Schlafprobleme und vor allem das Schlafwandeln sind demnach zu einem guten Teil auf die Vererbung zurückzuführen. Das heißt aber nicht, dass Kinder, deren Eltern keine Schlafwandler waren, nicht auch zum Schlafwandler werden können. Eltern, die selbst unter der Störung litten, wissen damit aber um das erhöhte Risiko ihrer Kinder und können sich entsprechend vorbereiten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann19.05.15Zum AnfangZurück

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