Ist Dr. Google ein guter Arzt?

Wer gesundheitliche Probleme hat, sucht vielleicht im Internet eine Diagnose und gibt seine Symptome bei Google oder anderen Suchmaschine ein. Die Trefferseiten enthalten aber oftmals Informationen, die bei der Stellung der echten Diagnose kaum hilfreich sind.

 

 

Erste drei Ergebnisse der Onlinesuche hilfreich 

 

Suchmaschinen wie Google oder Bing listen Seiten, die für die eingegebenen Symptome einer Erkrankung nicht relevant sind und zu einer falschen Selbstdiagnose und -behandlung führen können, so Forscher aus Australien und Österreich. Die Forschung zum Thema scheint interessant: Bereits 35 Prozent der US-Amerikaner haben schon einmal eine Suchmaschine bemüht, um eine Diagnose für Beschwerden zu finden.

 

Die Untersuchung zeigt, dass allenfalls die ersten drei gelisteten Internetseiten nützlich sein können. Nur die ersten fünf der Top 10 waren für die Selbstdiagnose in irgendeiner Form bedeutsam.

 

Die Forscher zeigten Versuchspersonen Bilder von häufigen Erkrankungen wie einer Form des Haarausfalls (Alopecie), Schuppenflechte oder Gelbsucht und forderten die Teilnehmer auf, im Internet nach der Erkrankung zu suchen. Die Teilnehmer gaben für die Gelbsucht Suchbegriffe wie "gelbe Augen", "Augenkrankheit" oder "das Weiße der Augen verändert sich zu grün" ein.

 

Am ehesten waren die ersten drei Suchergebnisse hilfreich. Jedoch suchten die Teilnehmer oft weiter oder nahmen falsche Empfehlungen an, die der Gesundheit schaden könnten.

 

 

Erst die sichere Diagnose erlaubt vernünftige Recherche

 

Schlimmer noch, warnen die Forscher, wäre eine "Cyberchondria", bei der sich Ängste und Befürchtungen durch das Studieren vermeintlich passender Krankheitsbilder steigern. So kann aus einer schweren Erkältung, die aber eigentlich ungefährlich ist, nach längerer Recherche eine schwere Erkrankung des Gehirns werden.

 

Dass die Suchergebnisse so wenig zuverlässig sind, hat mehrere Ursachen. Der Fehler liegt zum einen am Nutzer, der vielleicht nicht die passende Beschreibung für ein Symptom hat und zum anderen an der Art, wie Suchmaschinen arbeiten. Ist der Name der Erkrankung aber bekannt, funktioniert die Suche über Suchmaschinen gut und Betroffene können sich gut über Erkrankungen informieren.

 

Nicht geeignet ist bisher die Internetsuche bei der Suche nach einer Diagnose. Hier sollte man sich immer auf den echten Arzt verlassen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.05.15Zum AnfangZurück

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