Insulin als Alzheimertherapie

Insulin wird normalerweise in der Behandlung der Zuckerkrankheit eingesetzt. US-Forscher fanden heraus, dass eine Verabreichung des Hormons über die Nase Alzheimerpatienten helfen könnte. Tiere mit Alzheimer-ähnlicher Erkrankung wiesen ein verbessertes Gedächtnis auf.

 

 

Insulin über die Nase verabreicht

 

Tief in die Nasenhöhle verabreichtes Insulin gelangt offenbar in das Gehirn und hat langanhaltende Effekte auf die Erinnerungsfunktion, so Forscher im "Journal of Alzheimer's Disease". Insulin ist ein von der Bauchspeicheldrüse gebildetes Hormon, das für den Zuckerstoffwechsel im Körper eine bedeutende Rolle spielt. Es kommt deshalb bei Patienten mit Diabetes mellitus zum Einsatz. Bislang war nicht bekannt, wie Insulin in das Gehirn gelangt und wie es dort wirkt.

 

Laut der Wissenschaftler gelangt durch die Nase verabreichtes Insulin nicht in die Blutbahn und kann deshalb auch nicht den Blutzucker beeinflussen. Dieses war eine der Befürchtungen von Ärzten und Wissenschaftlern. Im Tierversuch verbesserten wiederholte Gaben von Insulin durch die Nase das Gedächtnis. Offenbar erreicht das Insulin genau die Hirngebiete, die sich die Forscher erhofften.

 

 

Forscher fordern mehr Studien

 

In Versuchen mit Mäusen, die an starken Lern- und Erinnerungsstörungen litten,  konnten die Forscher die Wirksamkeit des Insulins auf das Gedächtnis nachweisen. In Anbetracht der Tatsache, dass immer mehr Menschen von einer Alzheimerdemenz betroffen sind, scheint diese Entdeckung sehr interessant, so die Wissenschaftler.

 

Die Alzheimererkrankung und andere ähnliche Demenzformen hätten sich zu der schwersten sozioökonomischen und medizinischen Bürde in der modernen Gesellschaft entwickelt. Geschätzt sind 44 Millionen Menschen weltweit betroffen. Bis zum Jahr 2030 soll sich diese Anzahl verdoppeln. Unter den vielen Alzheimerstudien bislang gibt es nur wenige wie diese, die Insulin und andere Verdauungshormone hinsichtlich ihres Potentials in der Behandlung von Morbus Alzheimer und anderen Demenzen untersuchen. 

 

Quelle: Dr. Julia Hofmann18.08.15Zum AnfangZurück

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