Infektionen beeinflussen IQ

Infektionen können die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, so dänische Forscher. Auslöser sind nicht nur Infektionen des Gehirns, sondern auch einfachere Infektionen wie Magendarminfektionen oder Blasen- und Niereninfektionen. Wahrscheinlich sind es aber besonders schwere Infektionen, die das Gehirn nachhaltig beeinflussen können.

 

 

Schwere Infektion ziehen Hirnleistung in Mitleidenschaft

 

Jeder leidet einmal an einer Infektion des Magen und Darmes oder der Blase. Das Problem ist aber möglicherweise nicht vollständig behoben, wenn die Erkrankung ausgeheilt ist. Denn nach schweren Infektionen lassen sich anschließend möglicherweise Einschränkungen des geistigen Leistungsvermögens anhand eines Intelligenztests nachweisen. Diese Einschränkungen können noch Jahre nach der Infektion messbar sein.

 

Wissenschaftler der Universitäten Aarhus und Kopenhagen wiesen nämlich anhand der Daten von 190.000 Dänen einen Zusammenhang zwischen Krankenhausaufenthalten wegen Infektionen und einer geringeren Leistung in Intelligenztests nach. Menschen, die aufgrund von Infektionen mehrfach im Krankenhaus waren, wiesen größere Einschränkungen auf. Schwere Infektionen schienen größere Auswirkungen auf geistige Fähigkeiten zu haben.

 

 

Infektion als Risikofaktor für folgende Hirnerkrankungen?

 

Die stärksten Auswirkungen auf Messungen der Intelligenz zeigten sich bei Hirninfektionen. Aber auch andere schwere Infektionen beeinträchtigten die geistige Leistung. Darüber hinaus scheint das Immunsystem selbst den IQ auch Jahre nach einer Infektion beeinflussen zu können, so die Wissenschaftler.

 

"Infektionen können das Gehirn direkt betreffen", so die Forscher. "Aber auch andere Entzündungen wirken sich auf die Hirnkapazität aus". Verbinden zwischen Infektionen und Hirnveränderungen werden seit längerem auch bei Erkrankungen wie Schizophrenie und Depressionen vermutet. Auch die Alzheimerdemenz könnte in Zusammenhang mit Infektionen stehen.

 

Ihre Studie veröffentlichten die Forscher im Journal "PLOS ONE".

Quelle: Dr. Julia Hofmann04.06.15Zum AnfangZurück

Quellenangabe für Zitate

Inhalte dieser Webseite dürfen für kommerzielle und nichtkommerzielle Zwecke ohne Rückfragen auszugsweise zitiert werden. Bedingung dafür ist die Einrichtung des folgenden Links als Quelle des Zitates: