Höheres Rentenalter mit Langlebigkeit verbunden

Untersuchungen in den USA zeigen: Menschen, die in höherem Alter noch arbeiten, leben länger. Die Gründe für diesen Zusammenhang sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.


Gesunde als auch Kranke profitieren vom Arbeiten

Vor allem Menschen mit gesundheitlichen Problemen gehen früher in Rente als der Durchschnitt. Um eine angeschlagene Gesundheit als Grund für ein höheres Sterberisiko auszuschließen, teilte Chenkai Wu die Teilnehmer seiner Studie an der Oregan State University in zwei Gruppen. Als Grundlage für seine Untersuchungen dienten die zwischen 1992 und 2010 gesammelten Daten von über 12.000 Männern und Frauen aus der "Healthy Retirement Study".

Während des Studienzeitraums starben 12 Prozent der gesunden und 25,5 Prozent der vorerkrankten Rentner. Gesunde, die ein Jahr länger arbeiteten, hatten im Schnitt ein elf Prozent geringeres Sterblichkeitsrisiko. Auch bei Männern und Frauen mir Vorerkrankungen war das Risiko bei einem Jahr längerer Berufstätigkeit noch neun Prozent niedriger. Unabhängig von ihrem Gesundheitsstatus hatte die Ausübung des Berufs in höherem Alter also positive Auswirkungen auf die Langlebigkeit der Studienteilnehmer. 


Zusammenhang zwischen Arbeit und Langlebigkeit bedarf weiterer Untersuchungen

Aufgrund der Ergebnisse seiner Studie geht Wu davon aus, dass das Ausüben einer Berufstätigkeit in höherem Lebensalter verschiedene Vorteile mit sich bringt. So pflegen ältere Menschen durch den Beruf mehr soziale Kontakte und führen ein aktiveres Leben als bereits pensionierte Senioren. Außerdem seien arbeitende Menschen auch wirtschaftlich besser gestellt als Rentner, so Wu. Doch noch seien die Zusammenhänge zwischen Arbeit und Langlebigkeit nicht ausreichend geklärt. 

Um klarere Aussagen über die konkreten Vorteile durch eine längere Berufstätigkeit treffen zu können, brauchen die Wissenschaftler weitere Daten. Lebensweg, Gesundheit und Wohlbefinden auch nach der Pensionierung seien wichtige Faktoren, die Wu in seinen Untersuchungen noch fehlten.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.05.16Zum AnfangZurück

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