Höhere Intelligenz - geringeres Schizophrenierisiko

Menschen mit höherer Intelligenz erkranken möglicherweise weniger wahrscheinlich an einer Schizophrenie, auch wenn sie erblich vorbelastet sind, ergab eine Studie. Die Ergebnisse unterscheiden sich damit aber von früheren Untersuchungen.

 

 

Erbkomponenten erhöhen Schizophrenierisiko

 

Dass es zwischen Intelligenz und Schizophrenierisiko einen Zusammenhang gibt, ließen bereits mehrere Studien vermuten. Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die die gesamte Persönlichkeit beeinflusst. Wahnvorstellungen, Realitätsverlust, Denkstörungen, Sprachstörungen und Veränderungen der Gefühlswelt können Betroffene erheblich beeinflussen und die Teilnahme am Alltagsleben unmöglich machen. Medikamente und verschiedene andere Therapien lindern die Krankheitssymptome.

 

Die Ursachen der Erkrankung sind bislang unklar. Gesichert gilt ein erhöhtes Risiko aufgrund von Erbkomponenten. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist von der Krankheit betroffen, bei Familienmitgliedern von Schizophrenieerkrankten beträgt das Erkrankungsrisiko zehn Prozent.

 

 

Analyse der Daten von über 1,2 Millionen jungen Männern

 

Forscher der Virginia Commonwealth University meinen nach ihrer im "American Journal of Psychiatry" veröffentlichte Studie: "Bei wirklich schlauen Menschen haben auch Gene, die das Schizophrenierisiko erhöhen, keine Chance". Dieser These zugrunde liegt eine Untersuchung des Intelligenzquotienten von mehr als 1,2 Millionen 18 bis 20 alten schwedischen Männern, die zwischen 1951 und 1975 geboren worden waren. Die Forscher kalkulierten den Einfluss des Schizophrenierisikos in der Allgemeinbevölkerung und bei Personen mit Schizophreniefällen in der Verwandtschaft.

 

Bis zum Jahr 2010 überwachten die Wissenschaftler die Krankenhausaufnahmen der Teilnehmer aufgrund einer Schizophrenie. Demnach wiesen Teilnehmer mit geringerem Intelligenzquotienten ein höheres Risiko für eine Schizophrenie auf. Das Risiko war besonders hoch, wenn bereits ein Familienangehöriger an einer Schizophrenie erkrankt war.

 

Die Ergebnisse bedeuten aber nicht, dass intelligentere Menschen grundsätzlich keine Schizophrenie entwickeln können, so die Forscher. Intelligenz wird zudem von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Neben der genetischen Komponente spielen auch Umweltfaktoren wie früher Drogenmissbrauch und Kindheitstraumata eine Rolle.

Quelle: Dr. Julia Hofmann12.01.15Zum AnfangZurück

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