Hochdrucktherapie der Mutter schützt Töchter

Die Bluthochdruckbehandlung in der Schwangerschaft könnte den weiblichen Nachkommen zugutekommen, zeigt eine kleine deutsche Studie an Tieren. Die Mütter und der männliche Nachwuchs allerdings wiesen keine Senkung des Blutdrucks auf.

 

 

Essentieller Bluthochdruck: Keine organischen Ursachen nachweisbar

 

Die in der Studie von Wissenschaftlern der Universität Mainz und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung (DZHK) vermuten eine Veränderung von Genfunktionen bei Töchtern von bluthochdruckkranken Müttern, die während der Schwangerschaft eine Behandlung erfahren. Solche Veränderungen der Genfunktionen werden mit dem Begriff Epigenetik beschrieben.

 

Die in der Studie behandelten bluthochdruckkranken Ratten wiesen einen sogenannten essentiellen Bluthochdruck auf. Diese Form des Bluthochdrucks ist häufig und es lassen sich keine organischen Ursachen ausmachen. Die meisten Menschen mit Bluthochdruck leiden unter dieser Form der Erkrankung.

 

 

Bluthochdrucktherapie in der Schwangerschaft könnte Nachwuchs zugutekommen

 

Die Muttertiere hatten in der Schwangerschaft das Medikament Pentaerythroltetranitrat erhalten, das in der Behandlung der koronaren Herzkrankheit eingesetzt wird. Bei der koronaren Herzkrankheit kommt es aufgrund von Gefäßveränderungen an den Herzkranzgefäßen zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels, was mit Beschwerden einhergeht und in einen Herzinfarkt münden kann.

 

Das Medikament hatte aber keinen Einfluss auf den mütterlichen Blutdruck und vermochte auch nicht den Blutdruck des männlichen Nachwuchses zu senken. Bei den Töchtern zeigte sich, dass bestimmte Gene in gefäßauskleidenden Zellen (Endothelzellen) bei den Töchtern eine verstärkte Aktivität aufwiesen. Auch nach einigen Monaten, in denen die Zellen bereits mehrfach ausgetauscht wurden, änderte sich an der Aktivität der Gene nichts. Das bedeutet, dass die durch die mütterliche Behandlung ausgelösten Funktionsveränderungen stabil waren.

 

Da der essentielle Bluthochdruck in der Regel eine lebenslange Behandlung erfordert, lassen die Ergebnisse hoffen, dass der erblich verursachte Bluthochdruck mit einer mütterlichen Therapie gelindert werden kann. Dies ist aber nicht bei allen bluthochdruckkranken schwangeren Frauen möglich, bestimmte Patientinnengruppen könnten jedoch profitieren.

Quelle: Dr. Julia Hofmann25.02.15Zum AnfangZurück

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