Hirntumore bei Akademikern häufiger

Es gibt mehr als 100 verschiedene Krebstumoren im Gehirn und im zentralen Nervensystem. Die Ursachen sind oft unklar. Offenbar entwickeln Akademiker häufiger Hirntumoren als Menschen ohne Universitätsbildung, fand jetzt ein Forscherteam aus Großbritannien und Schweden heraus. Sie finden auch keine schlüssige Erklärung für den Zusammenhang. Fehler in der Datenerhebung könnten eine Rolle spielen.


Erhöhtes Tumorrisiko bei Frauen und Männern mit Bildung

Der am häufigsten vorkommende Hirntumor ist das Meningeom. Er geht von den weichen Hirnhäuten aus. Es folgen Gliome, die vom Nähr- und Stützgewebe der Nervenzellen ausgehen. Gliome sind einige von unterschiedlichen Zellen des Gehirns ausgehende oft schwer behandelbare Krebsformen. Es bilden sich oftmals Tochtergeschwülste (Metastasen).

Wissenschaftler des University College London und des Karolinska Institutes in Schweden suchten nun nach Risikofaktoren für Hirntumoren anhand der Daten von über 4,3 Millionen Schweden.

Es zeigte sich, dass Männer mit einer universitären Bildung von mindestens drei Jahren zu 19 Prozent wahrscheinlicher ein Gliom entwickelten als Männer mit geringerem Bildungsgrad. Frauen mit höherem Bildungsgrad waren sogar einem um 23 Prozent erhöhten Risiko für ein Gliom ausgesetzt. Für ein Meningeom wiesen sie eine 16 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf.


Einkommen und Position als weitere Risikofaktoren?

Zudem stand bei Männern ein hohes verfügbares Einkommen mit einem erhöhten Risiko für Gliome in Zusammenhang, nicht aber bei Frauen. Zudem spielte für Akademiker beider Geschlechter die Art der Beschäftigung eine Rolle. Menschen in leitenden Positionen entwickelten häufiger Gliome und Akustikusneurinome – Tumoren, die vom Hörnerven ausgehen. Meningeome kamen nur häufiger bei Frauen in höheren Positionen vor.

Erklären lassen sich die Ergebnisse nicht so einfach. Möglicherweise bestanden auch Fehler in der Registrierung oder Diagnose der Erkrankungen, vermuten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Journal of Epidemiology & Community Health.

Quelle: Dr. Julia Hofmann29.06.16Zum AnfangZurück

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