Herzinsuffizienz: Sport verlängert Leben

Auch schwache Herzen wollen gefordert werden, so britische Wissenschaftler. Die Schwere der Herzinsuffizienz ist demnach weniger ausschlaggebend. Bewegung könnte sogar lebensverlängernd wirken.


Jeder Patient mit Herzschwäche sollte Sport treiben

Bewegung ist bei Patienten mit Herzinsuffizienz möglicherweise mit einem längeren Leben verbunden, lässt eine von der European Society of Cardiology anlässlich des 3. Weltkongresses für akute Herzinsuffizienz vorgestellte Studie vermuten. Untersucht worden waren die Daten von 4.000 Patienten aus 20 Studien zum Thema.

Demnach war Sport mit einer um 18 Prozent verringerten Sterblichkeit verbunden. Im Vergleich zu Patienten, die sich nicht bewegten, wiesen jene, die Sport trieben, ein um elf Prozent verringerten Risiko einer Krankenhausbehandlung auf. Die Wissenschaftler fanden keine Hinweise darauf, dass bestimmte Herzinsuffizienzpatienten in besonderem Maße von Sport profitieren. Ein Nutzen ist demnach für alle Herzinsuffizienzpatienten zu erwarten, egal wie schwer die Herzschwäche ist. Auch Geschlecht und Alter spielen offenbar keine Rolle. 


Sport und Bewegung haben viele Vorteile

Sport hilft allen Herzpatienten, denn es verbessert die körperliche Fitness. "Die Fitness eignet sich besser, um das Überleben vorherzusagen als der Blutdruck oder das Rauchen", so die Wissenschaftler. Bewegung und Sport verbessern auch die Durchblutung des Herzens und verringern das Auftreten eines unregelmäßigen Herzschlags. Dieser gilt als Risikofaktor für den Plötzlichen Herztod. Verbessert ist auch die Durchblutung kleiner oberflächlicher Gefäße wie der der Beinmuskulatur, was die Arbeitslast des Herzens senkt. Nicht zuletzt fühlen sich herzschwache Patienten wohler, wenn sie Sport treiben. 

Marathonläufe wollen die Wissenschaftler Patienten mit Herzinsuffizienz aber nicht empfehlen. Es reicht, regelmäßig dreimal pro Woche so intensiv zu laufen, sodass man möglicherweise etwas außer Atem kommt, jedoch nicht zwingend. Patienten sollten ihre sportliche Aktivität mit dem Arzt planen.

Quelle: Dr. Julia Hofmann03.06.16Zum AnfangZurück

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