Herzinfarkt: Wissen rettet Leben

Wer sich mit Beschwerden auskennt, die beim Herzinfarkt vorkommen, kommt oftmals früher ins Krankenhaus. Dieser Zeitgewinn kann lebensrettend sein, so eine Untersuchung der Deutschen Herzstiftung. Darüber berichtet das "Deutsche Ärzteblatt".


Herzinfarkt: Frauen haben nicht immer charakteristische Symptome

Die Zeit spielt nach einem Herzinfarkt eine große Rolle und jede Minute unnötigen Zeitverlusts kann Leben kosten, ein Zeitvorsprung dagegen Leben retten. Zu diesem Ergebnis ist die Deutsche Herzschstiftung nach der Befragung von annähernd 500 Patienten gekommen. Demnach hatten Herzinfarktpatienten mit einem ausreichenden Wissen zu Herzinfarktbeschwerden, eine um 50 Prozent höhere Chance, früher eine Klinik zu erreichen – und damit die im Ernstfall nötige lebensrettende Behandlung zu erhalten, heißt es in der Zeitschrift.

Jährlich gehen mehr als 55.000 Sterbefälle auf das Konto des Herzinfarkts. Ursache ist unter anderem eine unnötige Zeitverzögerung bis zur Therapie im Krankenhaus. Mögliche Anzeichen eines Herzinfarkts sind starke Schmerzen in der Herzgegend oder im Bereich des Brustkorbs, die in andere Bereiches des Körpers ausstrahlen können. Häufig ist auch ein starkes Engegefühl oder ein brennendes Gefühl typisch. Frauen leiden oftmals unter uncharakteristischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Oberbauchschmerzen.


Herzstiftung informiert in einem Ratgeber

Die Mehrheit der in der Untersuchung Befragten kannten mindestens ein wichtiges Zeichen des Herzinfarkts: Brustschmerzen. Männer mit Vorwissen gelangten durchschnittlich nach 168 Minuten in eine Klinik, bei Unkenntnis waren es dagegen 276 Minuten. Bei Frauen mit Vorkenntnissen vergingen im Durchschnitt 189 Minuten, ohne 262 Minuten.

Bei Patienten mit höherem Risiko für unklare Beschwerden beim Herzinfarkt ist mit dem größten Zeitverlust zu rechnen, so ein weiteres Studienergebnis. Dies sind insbesondere ältere Menschen und Frauen, hier besteht noch dringender Aufklärungsbedarf. Die Herzstiftung hat zum Thema einen Aufklärungsratgeber herausgegeben: http://www.herzstiftung.de/

Quelle: Dr. Julia Hofmann10.10.16Zum AnfangZurück

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