Herzinfarkt vorbeugen: Büro-Stress durch Sport abbauen

München (dpa/tmn) - Ständiger Zeitdruck, schlechtes Arbeitsklima, zu wenig Lob vom Chef: Solche Dinge können im Job zu Stress führen, der aufs Herz schlägt. Um sich davor zu schützen, sollten Arbeitnehmer sich einen Ausgleich suchen, um regelmäßig Büro-Stress abzubauen. «Stress gehört zum Leben, wir können ihm nicht immer ausweichen. Wichtig ist aber, dass wir eine Balance zwischen Belastung und Entlastung finden», sagte Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen in München, dem dpa-Themendienst. Geschieht das nicht, könne akuter Stress im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen.

Wichtig sei es daher, die sogenannte Work-Life-Balance auszutarieren. Das heißt, nicht nur wie besessen zu arbeiten, sondern sich auch genug Zeit zum Erholen zu nehmen. Zum Ausgleich empfiehlt Smetak außerdem ein Bewegungsprogramm mit dreimal wöchentlich Sport und einer ausgewogenen Ernährung. Doch das sei oft ein Problem: «Stressgeplagte sind nicht so stark: Sie greifen eher mal zur Schokolade, die den Körper Glückshormone ausschütten lässt, und zur Zigarette, die vermeintlich Stress abbaut.»

Wer dem Stress nicht ausweichen kann, sollte Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen erlernen. «Von diesen Dingen halte ich sehr viel, weil sie einen nach wenigen Minuten von der Anspannung runterholen», sagte Smetak. Ein guter Zeitplan, eine gute Organisation und gute Vorbereitung seien weitere Aspekte, die das Leben stressfreier machten.

Fast jeder zehnte Beschäftigte (9,3 Prozent) in Deutschland leidet unter einer Krise, die durch Arbeitsstress in Kombination mit mangelnder Anerkennung herrührt. Das geht aus dem Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK hervor. Die Autoren warnen vor zunehmendem Büro-Stress als einer Ursache für die jährlich mehr als 207 000 Herzinfarkte in Deutschland.

«Bei Stress steigen unter anderem der Puls und der Blutdruck, und es werden die Stresshormone Adrenalin und Cortisol freigesetzt», erläuterte Smetak. Der hohe Hormonspiegel könne kurzfristig dazu führen, dass Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen platzen und einen Infarkt auslösen. Langfristig hätten Menschen mit hohem Cortisolwert schlechte Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte. Diese Faktoren gelten ebenfalls als Risiken für Herzkreislauf-Erkrankungen. «Stress hat eine verstärkende Wirkung», warnte Smetak. Workaholics seien daher gefährdeter als andere Menschen.

Quelle: Nina C. Zimmermann, dpa14.02.12Zum AnfangZurück

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