Herz: Ohnmacht und Kollaps als Warnsignal

Wer häufiger plötzlich einen Kollaps oder eine kurze Ohnmacht erleidet, könnte ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod aufweisen. Betroffen davon sind auch Kinder und junge Menschen. Ein Hinweis ist das plötzliche Auftreten der Symptome während Aktivitäten.

 

 

Seltene Herzrhythmusstörung als Ursache von Schwindel und Ohnmacht

 

Plötzliche Ohnmachtsanfälle und kurzer Bewusstseinsverlust können herzbedingt sein, so Forscher der Universität von Stellenbosch in Südafrika. Das sogenannte "Long-QT-Syndrom" ist eine relativ seltene lebensgefährliche Erkrankung bei sonst herzgesunden Menschen. Dabei kommt es zu plötzlich auftretenden schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachykardien), die zum plötzlichen Herztod führen können. Typische Symptome sind plötzliche Schwindelattacken und kurze Bewusstlosigkeit.

 

Der Erkrankung liegen in erster Linie Erbfaktoren zugrunde. Zwar ist die Störung mit Medikamenten wie Betablockern, die die Herzfrequenz herabsetzen, und möglicherweise einer Operation oder einer Schrittmacherbehandlung therapierbar, doch wird sie offenbar zu selten erkannt.

 

Häufig kommt es zu Fehldiagnosen wie Epilepsie oder Panikattacken, zeigt die Untersuchung von Betroffenen und deren Angehörigen. Von jenen, die bereits Kollapse erlitten, hatten 40 Prozent die Diagnose einer Epilepsie erhalten. 34 Prozent erhielten irgendeine andere nicht zutreffende Erklärung für ihre Beschwerden.

 

 

Forscher: Unklare Synkopen medizinisch abklären lassen

 

Die Wissenschaftler identifizierten unter den über 200 von der genetischen Abweichung betroffenen Menschen 23 Fälle, die aufgrund der Störung vor dem Alter von 20 Jahren verstarben. Die Hälfte davon hatte eine Bewusstlosigkeit während des Schwimmens erlitten und ertrank. Auch Kinder waren betroffen.

 

Das Problem ist nicht nur, dass Ohnmachtsanfälle oftmals von Betroffenen oder Familienangehörigen nicht ernst genommen werden, so die Forscher, sondern es auch häufig zu Fehldiagnosen kommt. Ungewöhnliche Synkopen und Ohnmachtsanfälle etwa während körperlicher Aktivitäten bedürfen der medizinischen Abklärung. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann30.10.15Zum AnfangZurück

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