Heißer Tee könnte vor Glaukom schützen

Das Glaukom kommt häufig bei älteren Menschen vor und kann zu Sehverlust führen. Wissenschaftler entdecken einen überraschenden Zusammenhang: Teetrinker wiesen demnach ein geringeres Risiko für die Augenkrankheit auf.


Können Getränke das Glaukomrisiko beeinflussen?

Bei dem Glaukom des Auges handelt es sich um einen erhöhten Augeninnendruck. Die im Volksmund auch als "grüner Star" bezeichnete Erkrankung kann den Sehnerv schädigen, was zu mehr oder weniger schweren Einschränkungen des Sehens führen kann. Risikofaktoren für die Entwicklung eines Glaukoms sind Alter, Diabeteserkrankung, Übergewicht und Bluthochdruck.

Studien ergaben einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Glaukomrisiko. Das Koffein steigert den Augendruck im Auge. Allerdings kamen verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Der Zusammenhang zwischen Getränken und Augeninnendruck ist auch unklar, weil Untersuchungen zum Thema oftmals klein und ihre Aussagekraft deshalb begrenzt ist.

Wissenschaftler der University of California untersuchten deshalb die Daten von fast 10.000 Menschen einer nationalen Gesundheits-und Ernährungsstudie. Für einen Teil der Patienten lagen nicht nur die Daten aus Befragungen zu ihrem Getränkekonsum vor, sondern auch augenärztliche Untersuchungen. Es ließ sich das Glaukomrisiko für verschiedene Getränke analysieren. Entkoffeinierter und koffeinierter Kaffee, Tee und Softdrinks wurden berücksichtigt.

Studienteilnehmer, die täglich heißen Tee tranken, trugen ein um 74 Prozent reduziertes Risiko für die Augenkrankheit. Dass andere für die Erkrankung ausschlaggebenden Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabestes das Ergebnis beeinflussten, konnten die Wissenschaftler ausschließen.


Sekundäre Pflanzenstoffe im Tee könnten Auge schützen

Zudem ergaben sich keine Hinweise darauf, dass der Genuss anderer Getränke mit dem Glaukomrisiko verbunden ist. Weder koffeinierter oder entkoffeinierter Kaffee, entkoffeinierter Tee, Eistee oder Softdrinks zeigten auf das Erkrankungsrisiko Auswirkungen. Allerdings handelt es sich bei dieser Untersuchung um eine Beobachtungsstudie, die keine Rückschlüsse auf einen ursächlichen Zusammenhang zulässt. 

Die Forscher vermuten, dass die in Tee enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe wie Flavonoide auch dem Auge zugutekommen könnten. Weitere Studien müssen die Verbindung prüfen.

Ergebnisse der Studie wurden im "British Journal of Ophthalmology" veröffentlicht.

Quelle: Dr. Julia Hofmann21.12.17Zum AnfangZurück

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