Heirat mindert Alkoholkonsum

Junge Menschen, die einen hohen Alkoholkonsum aufweisen, trinken oftmals mit zunehmendem Alter weniger. Denn das problematische Trinkverhalten nimmt mit zunehmender Reifung ab, zeigen Studien. Auch eine Heirat führt offenbar zu einer Reifung, die sich im Trinkverhalten widerspiegelt. Ursache ist eine Veränderung der Rollen, die man im Laufe des Lebens einnimmt.

 

 

Heirat verändert Alkoholkonsum

 

Forschungsarbeiten zum Thema Alkoholkrankheit zeigen durchgängig, dass problematisches Trinkverhalten mit zunehmendem Alter abnimmt. Es scheint, dass viele junge Menschen aus dem Problem "herauswachsen", wenn sich mit dem Alter die Lebensumstände und Verantwortlichkeiten verändern. US-Forscher der Universität von Missouri und der Arizona State University fanden nun heraus, dass eine Heirat bei Menschen mit gefährlich hohem Alkoholkonsum diesen stark reduzieren kann.

 

Die Forscher hatten Daten einer laufenden großen Studie analysiert, die die Alkoholabhängigkeit in Familien untersucht. Sie untersuchten die Veränderung des Trinkverhaltens von den 18 bis 40 Jahre alten Studienteilnehmern mit kritischem Alkoholkonsum. Von Interesse war der Einfluss einer Eheschließung und wie diese das Trinkverhalten beeinflusst. Etwa 50 Prozent der Studienteilnehmer stammten aus Familien mit mindestens einem alkoholkranken Elternteil.

 

 

Neue Rolle erfordert Verhaltensanpassung

 

Den im Fachjournal "Alcoholism: Clinical and Experimental Research" veröffentlichen Studienergebnissen zufolge führte eine Heirat nicht nur zu einem allgemein geringeren Alkoholkonsum bei gefährlichem Trinkverhalten. Der Zusammenhang war bei schwerem Alkoholkonsum sogar besonders ausgeprägt.

 

Den Forschern zufolge stützt das die Theorie, dass sich Alkoholkonsum mit der Übernahme eines sich verändernden Rollenverhaltens nicht verträgt. Diese Theorie wird als "Rolleninkompatibilitäts-Theorie" bezeichnet. Ein größeres Alkoholproblem steht also mit den Anforderungen als Ehepartner in Konflíkt. Die Anpassung an die neue Rolle erfordert eine Veränderung des Trinkverhaltens.  

Quelle: Dr. Julia Hofmann17.08.15Zum AnfangZurück

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