Hautekzeme: Auf den Hund gekommen

Hautekzeme nehmen bei Menschen wie Hunden in den letzten Jahren immer mehr zu. Neue Therapien ohne Antibiotikaeinsatz bei Hunden könnten auch dem Menschen zugutekommen.



Hohe Besiedlung mit Staphylokokken

Die Atopische Dermatitis (AD, Neurodermitis), ist die häufigste Form des chronischen Ekzems bei Menschen und Hunden. Sowohl Ärzte als auch Tierärzte konnten in den letzten 50 Jahren eine Zunahme der Erkrankungsrate beobachten. Schätzungsweise plagen sich in den USA jeder zehnte Bürger und jeder zehnte Hund mit Ekzemen.

Auch die Befunde der Haut ähneln sich stark. So ist die Körperoberfläche von Neurodermitispatienten höher mit dem Bakterium Staphylococcus aureus (St. aureus) besiedelt als die Gesunder. Auf Hunden mit AD fühlt sich ein nah verwandter Keim, Staphylococcus pseudointermedius (St. pseudointermedius), besonders wohl. Noch ist nicht geklärt, ob das Aufblühen der Bakterienbesiedlung auf der Haut eine Folge ihrer schlechten Barrierefunktion bei AD ist oder andersherum. 


Antibiotikatherapie hilft die Besiedlung zu normalisieren

In einer Studie mit 32 Hunden des Penn Vet's Ryan Hospital zeigte sich, dass sich während eines Krankheitsschubs die Barrierefunktion der Haut verschlechterte und die Vielfalt hautbesiedelnder Bakterienarten abnahm. Die dominierende Bakterienspezies war St. pseudointermedius, aber auch das Auftreten Corynebacterium-Arten nahm zu. Nach einer Standard-Antibiotika-Therapie normalisierten sich die Befunde wieder. Ähnliche Beobachtungen konnten Forscher auch bei Menschen mit Neurodermitis machen.

Auch wenn es sich bei Mensch und Hund nicht um exakt die gleichen Bakterienarten handelt, sind die Parallelen der Krankheitsbilder stark. Noch ist nicht geklärt, ob das Aufblühen der Bakterienbesiedlung auf der Haut eine Folge ihrer schlechten Barrierefunktion bei AD ist oder andersherum. Die Forscher wissen nun jedoch, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Hautbarrierefunktion, Immunsystem und bakterieller Besiedlung gibt.

Mit dieser Erkenntnis und dem Hund als passendem Forschungsgegenstand hoffen die Wissenschaftler nun Therapien ohne Antibiotikaeinsatz entwickeln zu können.

Quelle: Dr. Julia Hofmann05.05.16Zum AnfangZurück

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