Haut: Ventil der Seele

Viele Hauterkrankungen sind erblich veranlagt, doch spielt auch die Seele für den Ausbruch und den Verlauf der Erkrankung eine Rolle. Bei fast jeder dritten Hautkrankheit sind psychische Faktoren bedeutsam, zeigt eine Studie. Diese sollten in Zusammenhang mit der Erkrankung auch berücksichtigt werden, fordert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM).

 

 

Kranke Haut, kranke Seele?

 

Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte nehmen seit vielen Jahren zu. Neben der erblichen Veranlagung sind eine Vielzahl weiterer Faktoren für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich, darunter auch seelische Faktoren. In einer europäischen Studie mit 3.600 Patienten aus 13 Ländern zeigte sich nun, dass bei etwa einem Drittel der Betroffenen gleichzeitig psychische Erkrankungen bestehen. Bei Menschen ohne Hauterkrankung wiesen dagegen nur 16 Prozent psychische Krankheiten auf. Insbesondere Depressionen, Angsterkrankungen und Selbstmordgedanken waren bei Studienteilnehmern mit Hauterkrankung anderthalbmal häufiger als bei hautgesunden Vergleichspersonen.

 

 

 

Stress verstärkt Entzündungen

 

Das Ausmaß dieses Zusammenhangs ist bislang noch nicht nachgewiesen worden, so Professor Uwe Gieler, kommissarischer Leiter der Hautklinik der Universität Gießen. Eine adäquate Behandlung der Hauterkrankung muss demnach die Diagnose und Behandlung psychischer Probleme mit einschließen. Die Forschung zeigt, dass sich besonders bei allergischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis die Hinweise auf eine psychische Beteiligung mehren. Bei Stress werden Botenstoffe (Neuropeptide) ausgeschüttet, die die Entzündungsreaktion verstärken.

 

Die Haut reagiert als Überdruckventil der Seele, so Gieler. Diese Erkenntnis wurde auch in der deutschen "Leitlinie für Allergieprävention" berücksichtigt. Demnach können Lebensereignisse wie Trennung oder Tod von Eltern in Schwangerschaft oder Kindheit das Hauterkrankungsrisiko von Kindern erhöhen. Eine frühe psychische Betreuung könnte das Risiko reduzieren. 

Quelle: Dr. Julia Hofmann02.01.15Zum AnfangZurück

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