Hausstaub enthält gefährliche Giftstoffe

Staub im Haus ist nicht nur lästig, sondern auch Hort der Hausstaubmilbe, einem potentiellen Allergen. Hausstaub kann aber auch anderweitig der Gesundheit schaden: Gefährliche toxische Substanzen in bedenklichen Konzentrationen können vor allem Kinder gefährden. 


DEHP aus Weichmachern machen Staub giftig

Durch Hausstaub sind die Bewohner gefährlichen Giftstoffen ausgesetzt, die der Gesundheit schwer schaden können. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der George Washington University im Fachjournal "Environmental Science & Technology". Demnach identifizierten sie eine große Anzahl toxischer Substanzen im Staub, die in Alltags- und Gebrauchsutensilien zu finden sind. 

Eines der am höchsten konzentriert vorkommenden Gifte sind demnach Diethylhexylphtalate (DEHP). Dies sind Substanzen, die als Weichmacher zum Einsatz kommen und sich zum Beispiel in Putzmitteln, Nahrungsverpackungen, Kosmetika, Parfüms und Hygieneprodukten befinden. Es fanden sich Mengen von durchschnittlich fast 7.700 Nanogramm pro Gramm Staub. Die Chemikalie nahm damit den Spitzenplatz unter anderen Giftstoffen ein.

Auf Platz zwei machten die Wissenschaftler Phenole aus, ebenfalls in Putzmitteln und Haushaltsartikeln vertreten. Es folgten Flammschutzmittel und hochfluorierte Chemikalien, die in Antihaft-Kochgeschirr Einsatz finden. Menschen und vor allem Kinder, die diesen Substanzen täglich ausgesetzt sind, könnten einen Gesundheitsschaden davontragen, mahnen die Wissenschaftler. Offenbar setzen Alltagsgegenstände diese Giftstoffe frei. Sie gelangen über die Luft in den Staub, mit dem sie sich verbinden. Der Staub setzt sich dann auf Möbeln, Gegenständen und dem Boden ab. Die Stoffe werden offenbar meist über die Atmung aufgenommen, nur eine geringere Menge über die Haut. 


Giftstoffe im Haus gefährden vor allem die Kleinsten

Allerdings sind Babys, Kleinkinder und Kinder gefährdeter, da sie bei Krabbeln und Spielen intensiven Kontakt zu Bodenstaub haben. Zudem stecken sie Finger, Hände und Gegenstände oft in Mund, saugen und kauen auf Spielzeug und anderen Gegenständen. Insgesamt ließen sich 45 Giftstoffe identifizieren. 

Phtalate können beispielweise hormonelle Störungen, einen abnehmenden Intelligenzquotienten und Atemwegsprobleme bei Kindern hervorrufen. Fluorierte Substanzen stehen mit Störungen des Immunsystems, des Verdauungssystems, des Hormonsystems sowie Entwicklungsstörungen in Zusammenhang.

Quelle: Dr. Julia Hofmann20.09.16Zum AnfangZurück

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